Internetnutzung via Smartphone am stärksten während TV-Primetime

Geschrieben von am 13. Juli 2011 in Kategorie Web 2.0

Der Zugriff auf das Internet mit mobilen Endgeräten ist zu den Tageszeiten am stärksten, wenn auch das Fernsehen am intensivsten genutzt wird. Die größte Zahl mobiler Nutzer gibt es zwischen 20 und 22 Uhr.

Die Mediennutzungszeiten verändern sich, geht aus einer Untersuchung von madvertise, einem international tätigen mobilen Werbenetzwerk, hervor. Eine Auswertung der monatlich 1,4 Milliarden Page Impressions zeigte auf, zu welchen Zeiten im Verlauf eines Tages die mobile Internetnutzung jeweils wie hoch ist.

Primetime zwischen 20 und 22 Uhr

Einen besonders starken Anstieg in der Nutzung gibt es ab 18 Uhr – parallel zum Anstieg beim Fernsehkonsum. Die Primetime im Fernsehen zwischen 20 und 22 Uhr ist gleichzeitig die Hauptzeit für die Nutzung des Internets über mobile Endgeräte. Morgens zwischen 7 und 9 Uhr ergibt sich ein ähnliches Muster, denn während dieser Zeit werden mobiles Internet und Fernsehen kaum genutzt.

“Besonders die parallele Nutzung des mobilen Internets zum Fernsehprogramm führt dazu, dass TV-Werbung allein weniger wirksam ist”, so Carsten Frien, Gründer und Geschäftsführer von madvertise. “Werbetreibende sollten das veränderte Mediennutzungsverhalten kennen und mobile Kampagnen parallel einsetzen, um sicher zu gehen, dass die Werbebotschaften auch ankommen. Hinzu kommt, dass mobile Werbung weitaus interaktiver und messbarer ist als Fernsehwerbung.”

Was bringt die Zukunft?

Das ist sicher richtig, aber kann man davon ausgehen, dass sich diese Entwicklung fortsetzt? Natürlich gibt es TV-Formate, bei denen sich eine gleichzeitige Nutzung des Internets anbietet, zum Beispiel Events, die live im Fernsehen übertragen werden und zu denen man zu bestimmten Aspekten mehr erfahren möchte – oder Casstingshows, zu denen man online mit anderen (die ebenfalls gerade zusehen) austauschen möchte. Mit zunehmend individuellem Fernsehkonsum (durch intensivere Nutzung von digitalen Videorekordern und verschiedenen Formen von Video-on-Demand-Diensten)  aber immer öfter diese gemeinsame Basis.

Abgesehen davon halte ich diese Parallelnutzung generell für sehr problematisch, weil man sich so weder auf die TV-Sendung noch auf die Internetinhalte einlassen kann. Zugegeben, manchmal fragt man sich, woher einem ein bestimmter Schauspieler bekannt vorkommt. Ein Griff zum Smartphone hilft schnell weiter und sorgt dafür, dass man anschließend wieder konzentriert zusehen kann, weil man die Frage geklärt hat. Am besten hält man die Sendung so lange an (mittels Time-Shift-Funktion, wenn es sich nicht eh um eine Aufzeichnung oder einen Online-Abruf handelt). Von solchen Fällen abgesehen frage ich mich, wie schlecht das selbst ausgesuchte TV-Programm sein muss, wenn man sich parallel dazu für längere Zeit mit seinem Smartphone beschäftigt.

Was heißt schon mobiles Internet?

Wichtig finde ich einen anderen Aspekt: Wenn die mobile Internetnutzung zwischen 20 und 22 Uhr am höchsten ist und viele Nutzer parallel dazu fernsehen, sollte man vielleicht gar nicht mehr vom “mobilen Internet” sprechen. Mobile Nutzung bedeutet in zu vielen Fällen nur, dass die Nutzer nicht am Schreibtisch vor einem Monitor sitzen, sondern es in ihrer Mobilität bis zur Fernsehcouch im Wohnzimmer geschafft haben. Smartphones und Media-Tablets tragen auf jeden Fall sehr dazu bei, das Internet nicht allein an ganz bestimmten Orten nutzen zu können. Das verändert einiges. Manche Menschen setzen ihr Smartphone schon stärker für Online-Aktivitäten ein als einen “großen” Computer. Mangelnde Leistungsfähigkeit ist zumindest immer seltener ein Argument gegen die mobilen Endgeräte.

Zu welchen Zeiten greift Ihr (zu welchen) mobilen Endgeräten, wenn Ihr das Internet nutzen wollt?

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