E-Book-Reader: Europa holt bis 2015 auf

Geschrieben von am 23. April 2011 in Kategorie Web 2.0

Lesegeräte für E-Books konten in Europa noch nicht viele Fans gewinnen. Bis zum Jahr 2015 schließt die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika jedoch zu Nordamerika auf, glauben die Marktforscher von IDC.

Nicht nur in Deutschland haben es E-Books und Lesegeräte für elektronische Bücher schwer. Im letzten Jahr wurden nur 15 Prozent der weltweit verkauften E-Book-Reader in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) verkauft; das waren nur 1,9 Millionen Stück, wobei die meisten davon in Westeuropa verkauft wurden.  Das wird sich bald ändern, sind die Experten der International Data Corporation (IDC) überzeugt.

Starkes Wachstum in Europa
Bis zum Jahr 2015
erreicht der jährliche Absatz in der EMEA-Region 9,6 Millionen E-Book-Lesegeräte und erreicht damit die Nachfrage in Nordamerika, wo E-Books besonders durch den Kindle von Amazon populär geworden sind. In vielen europäischen Ländern liegen die Zuwachsraten inzwischen im zweistelligen Bereich.

Vorteile von E-Book-Readern gegenüber Tablet-Computern
Die Beliebtheit moderner E-Book-Reader führen die Marktforscher auf mehrere Faktoren zurück: Die E-Ink-Technologie bei den Bildschirmen und die lange Akkulaufzeit machen E-Book-Reader besonders bei Viellesern beliebt. Die Technik hat unter Beweis gestellt, ein ansprechendes Leseerlebnis zu ermöglichen. Die gute Lesbarkeit und hohe Ausdauer rechtfertigen den Kauf anstelle eines multifunktionalen Media-Tablets mit LCD und kurzer Akkulaufzeit. Mit Geräten wie dem Kindle ist ein Lesen bei hellem Sonnenschein problemlos möglich.

Bevor ein Nachladen des Stromspeichers erforderlich ist, kann man mehrere Bücher von vorne bis hinten lesen, während Tablet-Computer nur einige Stunden durchhalten. Zudem sind Tablet-Rechner allgemein deutlich schwerer, was langem Lesen ebenfalls im Wege steht. Eine Schlüsselrolle kommt IDC zufolge dem niedrigen Preis der E-Book-Reader zu, denn dadurch müsse nicht mit einer Verdrängung durch Tablet-Computer gerechnet werden. Dieser Vorteil bleibt den Herstellern der E-Book-Lesegeräte in den kommenden Jahren erhalten, da der IDC-Prognose zufolge die Geräte noch weiter im Preis sinken werden.

Wichtige Rolle des Bildungssektors
Wachstumspotenzial sehen die Experten im Bildungssektor, wo nach erfolgreichen Versuchen mit einer wachsenden Nachfrage zu rechnen sei. Die Entwicklungen im Bildungsbereich zusammen mit dem Preisverfall sorgten zudem dafür, dass einem Gadget für Trendsetter ein für jeden erschwingliches Massenprodukt werde. Mit der Hardware könne daher immer weniger Geld verdient werden. Darauf stellen sich die Produzenten längst ein, indem sie sich vor allem als E-Book-Verkäufer positionieren.

Die größte Teil an elektronischen Büchern liegt bislang in englischer Sprache vor, womit die relativ weite Verbreitung von E-Book-Readern in Großbritannien erklärt wird. Inzwischen hätten die meisten Verlage aber das Potenzial elektronischer Bücher erkannt.

Amazon ist Marktführer
Während sich in den USA Amazon mit seinen Geräten der Kindle-Reihe zum klaren Marktführer entwickelt hat, besitzt in den europäischen Märkten Sony eine sehr starke Stellung, wenngleich Amazon in der EMEA-Region bereits auf mehr als 35 Prozent Marktanteil kommt. Sony-Geräte unterstützen im Gegensatz zu den Amazon-Readern das offene EPUB-Format, das bei fast allen Anbietern aus dem Bildungsbereich Standard ist.

Bei IDC geht man davon aus, dass E-Book-Lesegeräte vor allem bei Privatnutzern Verbreitung finden werden, der Bildungssektor aber für zusätzlichen Schub sorge. Auf Anbieterseite nimmt der Wettbewerb derzeit zu, da große Firmen wie Acer und Asus sich inzwischen im Markt engagieren. Für kleine Anbieter werde es dadurch schwieriger, sich zu behaupten.

Ich bin zwar überzeugt davon, dass die Zukunft dem elektronischen Buch gehört und gedruckte Bücher künftig nur noch ein Nischenprodukt wie Schallplatten sein werden. Bis Donnerstag hätte ich allerdings nicht mit einem baldigen Schub für E-Books und Lesegeräte gerechnet. Da jetzt aber Amazon tatsächlich einen Kindle über seine deutsche Website verkauft und vor allem auch deutschsprachige E-Books anbietet, glaube ich an einen (wenngleich nicht besonders großen) Sprung nach vorne in 2011.

Besitzt Ihr bereits einen E-Book-Reader? Was hat Euch zu einer Anschaffung bewogen bzw. bisher davon abgehalten?

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