Corona-Krise beendet Stagnation im deutschen E-Book-Markt

Geschrieben von am 20. Oktober 2020 in Kategorie Web 2.0

Der Trend der letzten Jahre hatte es nicht vermuten lassen: 2020 zieht die Nachfrage bei E-Books deutlich an. Der Grund dafür ist – wie bei so vielem in diesem Jahr – die Corona-Krise.

Während andere Mediengattungen wie beispielsweise Musik schon weitgehend digitalisiert sind, hängen die Menschen weiterhin am gedruckten Buch. Gerade in Deutschland stagnierte die Nachfrage nach elektronischen Büchern in den letzten Jahren. Die Corona-Pandemie hat nun allerdings eine Entwicklung angestoßen, bei der abzuwarten sein wird, wie nachhaltig sie ist.

Laut einer neuen repräsentativen Bitkom-Umfrage lesen nun fast drei von zehn Deutschen (ab 16 Jahren) E-Books (30 Prozent). In den letzten fünf Jahren konnte die Nachfrage dagegen nicht zulegen; die Zahl der E-Book-Leser schwankte zwischen 23 Prozent und 26 Prozent. Erstmals ist wieder ein deutliches Plus zu verzeichnen – und die Krise ist ja noch nicht vorbei! Die Entwicklung könnte also noch weitergehen.

Bedrucktes Papier hat trotzdem weiter einen großen Vorsprung: 81 Prozent der Deutschen lesen zumindest ab und zu ein gedrucktes Buch. Aber dennoch: Sogar 40 Prozent derjenigen, die keine E-Books verwenden, können sich laut Umfrage nun vorstellen, künftig elektronische Buchausgaben zu lesen. „In der Corona-Krise haben E-Books neue Fans gewonnen“, kommentiert Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder die aktuellen Zahlen „Wenn gewohnte Freizeitaktivitäten wegfallen, bleibt mehr Zeit zum Lesen – und Ausprobieren. Aber das gedruckte Buch lässt sich vom E-Book nicht verdrängen.“

Welche Endgeräte werden verwendet?

Unter den verschiedenen Endgeräten, welche für den E-Book-Konsum geeignet sind, liegen E-Book-Reader vorne: Acht von zehn (82 Prozent) der E-Book-Leser verwenden ein solches Lesegerät. Dahinter liegen Smartphones mit 51 Prozent, Tablet-Computer mit 42 Prozent, Laptops mit 21 Prozent und stationäre Computer mit 4 Prozent.

Bislang zeigt sich ein deutliches Altersgefälle bei der E-Book-Nutzung: So gehört mit 55 Prozent eine Mehrheit der 16- bis 29-Jährigen Deutschen zu den E-Book-Lesern; unter den 30- bis 49-jährigen sind es 32 Prozent, bei den 50- bis 64-jährigen 28 Prozent und bei den Senioren (ab 65 Jahren) lediglich 12 Prozent.

Gründe für E-Book-Nutzung

In der Erhebung wurde auch nach den Gründen für die E-Book-Nutzung gefragt. Für 79 Prozent der Nutzer ist der schnelle Bezug neuen Lesestoffs ein Pluspunkt, für 77 Prozent spielt eine Rolle, dass E-Books zu jeder Zeit erhältlich sind. E-Books sparen Platz ist für 75 Prozent der Nutzer ein Grund, E-Books zu lesen, für 66 Prozent spielt das geringe Gewicht eine wichtige Rolle. Immerhin jeder dritte User (34 Prozent) nutzt E-Books wegen Funktionen wie Übersetzen, Notizen und Markierungen. Die große Zahl an kostenlos erhältlichen elektronischen Büchern ist hingegen bloß für 16 Prozent ein Grund, E-Books zu lesen.

Wie sieht es bei unseren Lesern aus? Nutzt Ihr E-Books? Was sind die aus Eurer Sicht stärksten Argumente dafür oder dagegen?

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