Interesse an Tablets und Netbooks fast gleich groß

Geschrieben von am 15. Juni 2011 in Kategorie Web 2.0

Trotz des anhaltenden Hypes um Tablet-Computer sehen viele Verbraucher weiterhin keinen Nutzen darin. Das Kaufinteresse für Media-Tablets liegt daher kaum über dem für Netbooks.

Bis Steve Jobs im Januar vorigen Jahres das erste iPad vorstellte, gab es kaum einen Markt für Tablet-Computer. Der durch Apple ausgelöste Hype kehrte die Verhältnisse scheinbar um. Plötzlich galten die bis dahin gefeierten Netbooks als Auslaufmodell. Tablet-Computer wie das iPad würden den Markt für Netbooks zerstören, war und ist eine häufig verbreitete Auffassung.

Der Netbook-Markt lebt

Daran habe ich noch nie geglaubt, auch wenn ich froh bin, dass die Geräteklasse der Tablets nun ihren Durchbruch geschafft hat. Die Ergebnisse einer im März von ABI Research durchgeführten Untersuchung offenbaren, dass viele Menschen einfach keinen Sinn in der Anschaffung eines Tablet-Computers sehen. Von einem schleichenden Tod des Netbook-Marktes könne keine Rede sein, vielmehr liegen Tablets und Netbooks in etwa gleich auf, was die Kaufneigung angeht. (Wahrscheinlicher ist es da in meinen Augen schon, dass Smartphones beide Geräteklassen in der Weise verdrängen, dass große Touchscreens und Tastaturen auf die Rolle als Zubehör für das Mobiltelefon reduziert werden.)

So gaben 25 Prozent der Befragten an, dass sie extrem oder zumindest sehr interessiert am Kauf eines Netbooks wären; 27 Prozent sagten dies bezüglich Tablets. In der Folge sinken die PC-Verkaufszahlen, weil viele Konsumenten den Kauf ihres nächsten Computers zugunsten des Erwerbs eines der mobilen Endgeräte aufschieben. In dieser Richtung argumentieren übrigens auch die Analysten von Gartner, die ebenfalls nicht an eine Verdrängung mobiler Computer (Notebooks und Netbooks) durch Tablets glauben. Direkte Verdrängungseffekte werden als minimal eingestuft.

Fast jeder Zweite möchte kein Tablet

Fast die Hälfte der durch ABI Research befragten Personen zeigte sich nicht besonders oder überhaupt nicht interessiert am Kauf eines Media-Tablets. Der mit 60 Prozent am häufigsten genannte Grund war, dass die Verbraucher bei sich kein Bedürfnis für den Erwerb eines Tablets sahen. Die Tablets beherrschen zwar die Schlagzeilen, haben aber weiterhin ein Akzeptanzproblem. Was bietet diese Geräteklasse, was Notebooks, Netbooks und Smartphones nicht schon können? Darin liegt nach Einschätzung der Experten das größte Hindernis auf Konsumentenseite.

Etwas mehr als jeder Zweite vermutete in der Befragung, der Haupteinsatzzweck von Tablets werde im Unterhaltungsbereich liegen. Ansonsten gaben die Befragten an, auf den Geräten E-Mail (82 Prozent), Web-Browser (71 Prozent), Fernsehen/Filme (57 Prozent), Social Networks (56 Prozent) und Spiele (55 Prozent) nutzen zu wollen.

Netbooks im Vorteil

In einer ähnlichen Untersuchung, die ABI Research 2009 zu Netbooks durchführte, zeigten sich die Verbraucher stärker interessiert. Interessant sind zudem die sich verändernden Nutzungsgewohnheiten bei Netbooks: Der Fokus verschiebt sich immer weiter von produktiven Anwendungen in den Unterhaltungsbereich. Das deckt sich mit veränderten Erwartungen der Käufer an ihr neues Gerät, berichtet ABI Research.

Das ist kein Wunder: Vor zwei Jahren waren die kleinen Computer zu Unterhaltungszwecken nur sehr eingeschränkt zu gebrauchen. Inzwischen stellen HD-Videos (selbst in Full-HD bei manchen Modellen!) kein Problem mehr dar und können in gewissem Umfang auch Spiele auf den kleinen Rechnern für Spaß sorgen.

Ich habe mir letztes Jahr im Mai ein Netbook gekauft und bin mir meiner Entscheidung sehr zufrieden. Abgesehen davon, dass ein brauchbares Netbook nur etwa halb so viel wie ein brauchbares Media-Tablet kostet, schätze ich die Freiheit und die vielen Möglichkeiten, die ein kleiner (nahezu vollwertiger) Windows-Computer mit Tastatur bietet. Der Kauf eines Tablets reizt mich zwar, aber ich wüsste derzeit nicht, wie ihn begründen sollte. Geht es Euch ähnlich?

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