Online informieren, offline kaufen. Und umgekehrt!

Geschrieben von am 04. August 2010 in Kategorie Web 2.0

Die meisten Internetnutzer informieren sich oft vor einem Kauf von Produkten im Internet. Umgekehrt nutzen allerdings fast ebenso viele Verbraucher die Möglichkeit, sich in Ladengeschäften Produkte selbst anzusehen, bevor sie in einem Onlineshop bestellen. Sehr gefragt sind bei der Kaufvorbereitung Preisvergleiche und Testberichte.

Eine neue Umfrage im Auftrag des BITKOM belegt erneut die enorme Bedeutung des Internets für Einkäufe. Nicht nur Offline-Käufer informieren sich online, sondern Online-Käufer ähnlich stark Ladengeschäfte, um vor einem Online-Einkauf ein Produkt mit eigenen Augen zu begutachten. Vor dem Kauf im stationären Einzelhandel suchen 79 Prozent der Befragten im Netz nach Informationen. 68 Prozent der Befragten gehen in ein Geschäft vor Ort und bestellen anschließend über das Internet.

“Das Internet ist die wichtigste Informationsquelle bei Kaufentscheidungen geworden”, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. Vor allem die Websites von Herstellern und Händlern dienen als Informationsquellen, 47 Prozent der Umfrageteilnehmer informieren sich dort. Testberichte in Online-Medien sowie Preisvergleichsseiten werden kaum weniger in Anspruch genommen, jeweils 41 Prozent besuchen vor einem Kauf solche Websites. Es folgen Verbraucherportale (17 Prozent) sowie Foren und Blogs (9 Prozent).

“Eine große Rolle bei der Kaufentscheidung spielen inzwischen die Erfahrungen anderer Kunden”, sagte Scheer. Nahezu jeder zweite Netznutzer (48 Prozent) schaut sich vor einem Onlinekauf an, wie das betreffende Produkt von Kunden bewertet wird. Allerdings glaubt nur knapp jeder Dritte (31 Prozent) an eine direkte Beeinflussung seiner Kaufentscheidung durch die Meinung anderer. Erstaunlich hoch ist der Umfrage zufolge die Zahl derjenigen, die einen eigenen Beitrag leisten und selbst öffentliche Bewertungen von Produkten und Dienstleistungen vornehmen. Jeder Fünfte bringt sich auf diese Weise ein. Scheer: “Die Konsumenten können sich im Web vor einem Kauf ein umfassendes Bild über Produkte, Preise und die Erfahrungen anderer Kunden machen.”

Interessant an den neuen Untersuchungsergebnissen ist die hohe Zahl der Online-Käufer, die vor dem Kauf im Netz ein Ladengeschäft aufsuchen. 68 Prozent der Internetnutzer in Deutschland besuchen vor einer Bestellung in einem Onlineshop erst ein Geschäft, in dem sie sich das jeweilige Produkt selbst ansehen können. “Viele Verbraucher schätzen die persönliche Beratung oder wollen die Produkte vor der Anschaffung zunächst sehen und ausprobieren. Der Kauf erfolgt zum Leidwesen des stationären Fachhandels in vielen Fällen aber online”, erklärte Scheer. Wichtiger Grund für den anschließenden Onlinekauf ist die Überzeugung, im Internet grundsätzlich billiger kaufen zu können. “Online-Shopping ist nicht grundsätzlich günstiger als der stationäre Einzelhandel”, betonte Scheer. Der BITKOM rät deshalb zu einem genauen Preisvergleich unter Berücksichtigung von Versandkosten, Lieferdauer sowie weiterer Kriterien wie Installations- und Reparaturservice.

Solche Umfrageergebnisse zeigen mir immer wieder, dass es nicht nur Heavy User gibt, die Google und Social Media quasi “intravenös” nutzen. Im Internet ist nicht alles billiger zu bekommen, aber man findet zu jeder anstehenden Kaufentscheidung hilfreiche Informationen im Web. Mich wundert stets nur, wenn Menschen gar nicht erst danach suchen. Und wenn man schon mal draußen ist, schaut man sich das, was man aus dem Netz kennt, gerne einmal in natura an. Mir geht es allerdings so, dass sich der Erkenntnisgewinn durch einen Ladenbesuch meist in Grenzen hält. Und Euch?

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2 Comments For This Post

  1. jochen says:

    Ich meine, dass die zweite Variante, also erst im Laden ansehen und dann online kaufen, sogar älter ist bzw. intensiver praktiziert wird. Vor allem wenn es um Produkte wie Kleidung, Schuhe etc. geht, die genau passen müssen, gehe ich häufiger in den Laden, um erst einmal die richtige Größe zu finden – dann bestelle ich online. Ist zwar ein wenig unfair gegenüber den Händlern, doch manchmal (wenn der Preisunterschied nicht so groß ist) kaufe ich dann auch vor Ort.

  2. Oliver Springer says:

    Für den Online-Kauf spricht die Möglichkeit, die Waren zurückschicken zu können, wenn sie den Erwartungen nicht entspricht. Das ist ein ganz großer Vorteil des Online-Einkaufs. Ein Produkt im Laden zu sehen oder auch auszuprobieren schützt nicht vor einem Fehlkauf. Was kann man im Laden schon groß probieren? Hier könnte der stationäre Handel allerdings ganz einfach Waffengleichheit herstellen, also auf freiwilliger Basis.

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  2. Trend „No-Line-Handel“ oder Kommunikation ohne Grenzen | Hotwire PR German says:

    [...] Absatzmarkt „Ladentheke“, da hieß es bereits wieder partielles Aufatmen: belegten doch Studien, dass sich eine Vielzahl der geneigten Konsumenten zwar gerne online über Produkte informierte, [...]

  3. Erst ins Netz, dann zum Einkaufen | TechBanger.de says:

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