Mobilfunk: Großes Interesse an Touchscreen-Geräten

Geschrieben von am 06. Februar 2010 in Kategorie Web 2.0

Der deutsche Mobilfunkmarkt erholt sich: Die Zahl der Verbraucher, die den Kauf eines mobilen Endgeräts innerhalb der nächsten sechs Monate planen, hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Jeder Dritte möchte zu einem Telefon mit Touchscreen greifen.

Die Gerätehersteller können 2010 auf einen Aufschwung im Mobilfunkmarkt hoffen, es wird ein starker Nachfrageanstieg erwartet. 45 Prozent der Menschen in Deutschland haben vor, in den nächsten sechs Monaten ein Handy zu kaufen; das bedeutet mehr als eine Verdoppelung gegenüber den Umfragewerten aus dem Vorjahr. Besonderes Interesse finden darunter mobile Endgeräte mit Touchscreen, jeder Dritte Mobilfunknutzer möchte einen berührungsempfindlichen Bildschirm.

Zunächst überraschend: Geräte mit QWERTZ-Tastatur legten bezüglich der Kaufplanung auf elf Prozent zu, was mehr als eine Verdoppelung bedeutet. „Dies kann sicherlich als Signal für die ungebrochene Attraktivität von mobilen Messaging-Diensten wie SMS, E-Mail, Twitter & Co. verstanden werden“, erklärt sich das Oliver Janßen, Research Director bei TNS Infratest Technology und Media.

Die Werte stammen aus der weltweiten Marktforschungsstudie „Global Telecoms Insights 2010“, für die TNS Infratest Daten in Deutschland erhoben hat. Insgesamt wurden für die Studie in 35 Ländern 24.000 Personen im Alter von 16 bis 60 Jahren befragt.

Für einen Aufschwung in der Branche spricht zusätzlich, dass nicht nur mehr als doppelt so viele Leute wie vor einem Jahr die Anschaffung eines Mobiltelefons vorhaben, sondern das Gerät sogar etwa 20 Prozent mehr kosten darf. „Das gestiegene Vertrauen der Verbraucher und die Vielzahl auch neuer Smartphones sind die Grundlagen für einen deutlichen Aufschwung im Endgerätemarkt. Darauf sollten sich die Anbieter entsprechend einstellen. Die Kaufabsicht ist seit dem letzten Jahr massiv angestiegen und hat inzwischen ein noch nie dagewesenes Niveau erreicht. Dies gibt Endgeräte-Herstellern die Möglichkeit, den Verkauf von Handys voranzutreiben. Gleichzeitig haben Mobilfunk-Anbieter die Chance, durch attraktive Inhalte und dazu passende Datentarife zusätzliche Einnahmen mit der mobilen Internetnutzung zu erzielen“, führt Janßen aus. Letzteres ist ein wichtiger Faktor, denn bestimmte Angebote lohnen sich erst, wenn bei vielen Menschen die passenden Geräte vorhanden sind.

Die Konsumenten greifen allerdings nur zu, wenn ihre Bedürfnisse hinreichend berücksichtigt werden. Am wichtigsten beim Kauf eines neuen Mobilftelefons sind einfache Bedienung und benutzerfreundliche Menüführung. Die Möglichkeit, Apps einsetzen und Inhalte auf das Handy laden zu kommen, ist zwar ebenfalls wichtig, rangiert aber deutlich dahinter. 29 Prozent der Verbraucher in Deutschland verzichten bei der Handynutzung wegen mangelnder Benutzerfreundlichkeit noch komplett auf Möglichkeiten wie Downloads oder die Nutzung von Social Networks.

„Die Branche hat allerdings auch mit Wachstumsrisiken zu rechnen. Allein die weiter stark steigende Anzahl mobil vernetzter Endgeräte kann die Netzverfügbarkeit verschlechtern und dazu führen, die vorhandenen Datenkapazitäten unter allen Nutzern teilen zu müssen“, so Janßen. Zu diesen mobilen Endgeräten inzwischen nicht mehr nur Handys, sondern außerdem Netbooks, Tablet-PCs und beispielsweise E-Book-Reader.

Welche der mobilen Endgeräte in den nächsten Jahren den größten Erfolg haben werden, lässt sich derzeit nur vermuten, aber insgesamt wird ihre Bedeutung für den Mobilfunkmarkt stark zunehmen. „So wird sich der Netbook-Boom laut GTI-Ergebnissen auch in 2010 weiter fortsetzen“, schreibt TNS Infratest im Pressetext. „Bei einer derzeit noch geringen Verbreitung geben 14 Prozent der deutschen Verbraucher an, dass sie innerhalb der nächsten sechs Monate die Anschaffung eines Netbooks planen.“

Für Notebooks liegt der Wert mit 16 Prozent nur zwei Protentpunkte vor dem bei Netbooks, was verdeutlicht, wie schnell sich diese Geräteklasse bei den Computernutzern durchgesetzt hat. „Gespannt sein darf man außerdem, wie sich neuartige Geräte wie das kürzlich vorgestellte iPad von Apple am Markt behaupten können. Gelingt es der Industrie, die vielfältigen Herausforderungen des Marktes zu meistern, steht einem erfolgreichen nächsten Jahrzehnt nichts im Wege“, so Janßen abschließend.

Nimmt das iPad den Netbooks und Smartphones Marktanteile ab, oder führt der Hype um das iPad im Gegenteil (wie ich glaube) zu einem insgesamt viel größeren Interesse an mobilen Endgeräten mit Computerfähigkeiten? Klar scheint nur zu sein, wie wenig attraktiv die meisten Konsumenten inzwischen Desktop-PCs finden, denn bei diesen liegt der Umfragewert für die Kaufwahrscheinlichkeit bei bloß vier Prozent.

Wie steht es mit Euren Kaufabsichten? Bei mir hat 2010 der Kauf ein Netbooks, mit dem ich mein altes, schweres Notebook ersetzen möchte, höchste Priorität. Ein neues Smartphone und ein Desktop-PC könnten in der zweiten Jahreshälfte folgen.

Ähnliche Beiträge:

Tags : , , , , , , ,

0 Comments For This Post

4 Trackbacks For This Post

  1. 2010 ist jedes 3. neue Handy ein Smartphone | TechBanger.de says:

    […] Faktoren sorgen dafür, dass Smartphones im Massenmarkt ankommen. Das wiederum bringt den ganzen Handymarkt in Schwung und steigert die mobile Nutzung des […]

  2. Boom bei mobilen Apps | TechBanger.de says:

    […] Smartphones mit großen Displays ermöglichen inzwischen die Nutzung normaler Websites auf Mobiltelefonen, außerdem steigt die Zahl […]

  3. Wohin mit dem alten Handy? | TechBanger.de says:

    […] sorgen schnell für Verwirrung. Das gilt auch für Mobiltelefone, die nur über den Touchscreen bedient werden können. “Wenn da gar keine Tasten sind, wie soll man das dann […]

  4. Sehr starker Anstieg bezahlter Downloads | TechBanger.de says:

    […] neuen mobilen Geräte sind sofort nach dem Einschalten verfügbar und haben große, gut lesbare Bildschirme. Sie sind damit ideal für Downloads nicht nur von Musik, sondern auch von Texten und […]