GEZ Gebühren für PC und Smartphone in voller Höhe?

Geschrieben von am 08. Dezember 2009 in Kategorie Web 2.0

Es ist kein Geheimnis, dass es bei einigen TV Sendern aus finanzieller Sicht nicht sonderlich gut aussieht. So ist zum Beispiel seit längerem bekannt, dass die Kassen von prosiebensat1 nicht gerade üppig gefällt sind – und bei SKY, das wir bis vor kurzem noch als Premiere kannten, scheint die Sanierung auch nicht geklappt haben: Der von Ruppert Murdoch eingesetzte Deutschland-Chef hat vor wenigen Tagen seinen Rücktritt bekannt gegeben.

Auf der anderen Seite gibt es einige TV Sender, die nicht klagen können. Sie müssen sich nicht über Werbung finanzieren, da sie per Zwangsabgabe vom Volk über gute Mittelzuflüsse verfügen. Gemeint sind die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. So soll beispielsweise der WDR (die größte Rundfunkstation der ARD) über einen jährlichen Mittelzufluss in Höhe von einer Mrd. Euro an GEZ Geldern erfahren.

Allerdings scheint man sich mit diesem Einnahmen noch nicht zufrieden geben zu wollen. Wie Martin Stadelmaier (Koordinator der Medienpolitik der Länder) gegenüber „Carta“ mitteilte, soll am 9. Juni eine Sonderkonferenz zu den GEZ Gebühren abgehalten werden. Es geht um die Diskussion neuer Gebührenmodelle – allen voran geht es um die Abrechnung bei Computern und Smartphones. So könnte beispielsweise der verminderte Tarif, der für Internetnutzer gilt, entfallen. Statt 5,76 Euro im Monat könnten dann 18 Euro pro Monat fällig werden.

Sofern man bereits über angemeldete TV Geräte und Radios verfügt, entstehen keine weiteren Kosten. Doch wer auf diesen Medienkonsum verzichtet und über einen Computer mit Internetanschluss verfügt, könnte deshalb ordentlich zur Kasse gebeten werden – und das möglicherweise sogar zu Unrecht. Nur weil man theoretisch über die Möglichkeit verfügt, einige Angebote der Öffentlich-Rechtlichen per Web zu nutzen, muss dies noch lange nicht bedeuten, dass man die Möglichkeit auch nutzt.

Schon jetzt ist es in der Blogsphäre zu etlichen Reaktionen gekommen. Warten wir einmal ab, was diesbezüglich noch kommen wird.

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2 Comments For This Post

  1. Oliver Springer says:

    Wenn so gut wie jeder die Gebühr zahlen muss – wofür sich ja gute Argumente anführen lassen – sollte man endlich einen klaren Schnitt machen und entweder pauschal jeden Haushalt oder oder jeden Bürger in Form einer Steuer an der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks beteiligen. Dann braucht man keine GEZ mehr, das Geld zieht das Finanzamt ein. Und wer wenig Geld hat, muss sich nicht extra auf Antrag befreien lassen, sondern zahlt entweder nur ganz wenig bzw. liegt unterhalb des Schwellenwerts und zahlt gar nichts.

    Eine Gebühr mag anfangs sinnvoll gewesen sein, weil nicht jeder ein Radio oder einen Fernseher besessen hat. Inzwischen gibt es so gut wie keinen Haushalt mehr, in dem sich keine Geräte mehr befinden, mit denen sich die Inhalte der Rundfunkanstalten konsumieren lassen.

    Das lineare Fernsehen befindet sich meiner Ansicht nach sowieso auf dem Weg in den Abstieg, die Zukunft liegt bei Video-on-Demand. Die Rundfunkanstalten haben inzwischen ja schon eine Menge ins Netz gestellt, was sie in ihren Mediatheken anbieten.

    Lineares Fernsehen ist von gestern. In Zukunft werden sich die Menschen nicht mehr auf Kommando auf die Couch setzen, nur weil der Programmchef sich das so ausgedacht hat. Nur Live-Inhalte, die bloß einen ganz geringen Teil des gesamten Angebots ausmachen, schauen sich die Menschen dann noch zeitgleich an.

  2. Raimund Hocke says:

    Bei allem Verständnis für die Frage, was man als Gebührenzahler für die 18 € mtl. eigentlich geboten bekommt, finde ich es bemerkenswert, dass als Hass-Ziel immer wieder die GEZ herhalten muss.

    Und das wird gerade auch durch einen solchen Artikel unterstützt, der auch fälschlicherweise von GEZ-Gebühren spricht.

    Die GEZ ist nichts weiter als eine mittlerweile auch aus meiner Sicht überflüssige Behörde (2 % könnte die Gebühr niedriger sein!).

    Verantwortlich ist die Mafia der Kultusminister der Länder, die (wie grade wieder von Roland Koch beim ZDF demonstriert) bei den Öffentlich-Rechtlichen ja das Sagen haben.

    Ansonsten ist der Artikel hier (bis auf die falsche Überschrift) sehr unaufgeregt neutral und treffend.

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  1. Was GfK-Studie und GEZ-Diskussion gemeinsam haben | TechBanger.de says:

    […] die allermeisten User gegen Bezahlinhalte aus. Das passt sehr gut zur aktuellen Aufregung um die geplante Erhöhung der Rundfunkgebührenpflicht für internetfähige […]

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