Ego-Googeln – im Trend und ratsam

Geschrieben von am 19. November 2011 in Kategorie Web 2.0

Mehr als zwei von drei Internetnutzern in Deutschland haben in Suchmachinen bereits zu Treffern mit dem eigenen Namen gesucht, sagt eine neue Studie. Jeder sollte wissen, was andere leicht über einen erfahren können.

Das Meinungsforschungsinstitut Aris hat 1.012 Nutzer des Internets ab 14 Jahren im Auftrag des BITKOM zu diesem Thema befragt. In Suchmaschinen wie Google, Bing und Yahoo! haben schon 69 Prozent der deutschen Onliner einmal ihren Namen eingegeben. Allerdings begibt sich nur jeder sechste regelmäßig auf die Suche nach sich selbst, jeder dritte immerhin gelegentlich. Ein Fünftel der Befragten gab an, nur selten nach Einträgen zum eigenen Namen zu suchen. 28 Prozent haben es sogar noch nie getan.

Frauen interessierter als Männer

Bei der Erhebung zeigte sich, dass mehr Frauen als Männer ihren Namen in Suchmaschinen eingeben. Von den Frauen haben es drei von vier schon getan, bei den Männern bloß 66 Prozent. Unterschiede zeigten sich außerdem beim Alter: In der Altersgruppe zwischen 18 und 29 haben schon 84 Prozent recherchiert, was es über sie mittels Suchmaschinen zu finden gibt, in der Altersgruppe zwischen 30 und 49 sind es mit vier von fünf kaum weniger. Von den 55- bis 64-Jährigen haben Ego-Googeln aber erst 55 Prozent ausprobiert, bei den Personen ab einem Alter von 65 ist es nur jeder fünfte.

„Beim Ego-Googeln geht es für einige sicher auch um Eitelkeit. Grundsätzlich aber gilt: Jeder sollte wissen, was andere im Internet über ihn erfahren können, zum Beispiel vor Bewerbungsgesprächen oder bei der Aufnahme von Geschäftskontakten„, erklärt Prof. Dieter Kempf, Präsident des BITKOM. „Ego-Googeln ist Teil des eigenverantwortlichen Umgangs mit dem Internet.“ Und ja: Das Wort gibt es wirklich, seit 2009 steht es sogar im Duden!

Viele stellen ungefragt Fotos anderer ins Netz

Wie wenig man es in der Hand hat, was andere über einen im Netz finden, zeigt eine andere Untersuchung, deren Ergebnisse diesen Monat veröffentlicht wurden. Die Personensuchmaschine Yasni und die Datenschutzorganisation naiin haben von über 3.000 Internet-Nutzern in Deutschland wissen wollen, ob sie „schon einmal ungefragt Fotos von anderen Personen im Internet veröffentlicht“ haben.

22 Prozent gaben an, ungefragt Bilder von Freunden online gestellt zu haben. Von den eigenen Kindern haben der Umfrage nach 12 Prozent Fotos ungefragt veröffentlicht. Jeweils 8 Prozent sagten, sie hätten von ihren Arbeitskollegen bzw. Fremden Bilder ins Netz gestellt. Erstaunliche 50 Prozent meinten, sie hätten noch nie ohne Erlaubnis Bilder von anderen im Internet veröffentlicht.

Datenschutz funktioniert schon im eigene Umfeld oft nicht

„Freunde, Eltern, Arbeitskollegen: Die Umfrage zeigt recht deutlich, dass der Datenschutz im Internet-Zeitalter schon im sozialen Umfeld scheitert“, so Dennis Grabowski, 1. Vorsitzender von naiin. „Die Verbreitung von Fotos zur eigenen Person entzieht sich im Netz der vollständigen, persönlichen Kontrolle“, stellt Steffen Rühl, Geschäftsführer von Yasni, fest und rät zu einer regelmäßigen Beobachtung.

Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass die Internetnutzer in Deutschland so zurückhaltend sind. Vielleicht war einigen der Umfrageteilnehmer die „Reichweite“ der Frage nicht bewusst, oder sie haben einfach eine Zustimmung der Abgebildeten unterstellt. Wie seht Ihr das? Und wie steht Ihr zur Veröffentlichung von Fotos, auf denen Ihr abgebildet seid?

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