Bildauflösung für TV: Bei Full-HD ist noch lange nicht Schluss

Geschrieben von am 20. Mai 2011 in Kategorie Web 2.0

Es hat ganz schön lange gedauert, bis sich Full-HD auf dem TV-Markt etablieren konnte. Seit vielen Jahren haben sich die Elektronikhersteller für ein neues Format stark gemacht. Inzwischen stößt man in den meisten Haushalten auf Fernsehgeräte mit Full-HD Auflösung – oder die Geräte sind zumindest HD-ready und können ansatzweise an die verbesserte Bildauflösung gegenüber dem klassischen TV heranreichen.

Allerdings muss bei dieser Auflösung noch lange nicht Schluss sein. Prinzipiell ist es sogar sinnvoll, die Bildauflösung weiterhin zu erhöhen. Immerhin ist zu berücksichtigen, dass die TV-Geräte bzw. deren Bilddiagonalen immer größer werden. Heutzutage ist es vergleichsweise problemlos möglich, sich ein Gerät mit 40-Zoll Bilddiagonale für günstiges Geld in das Wohnzimmer zu stellen. Allerdings geht die hohe Auflösung bei derart großen Bilddiagonalen schon fast wieder verloren: Sitzt man zu nahe an den Geräten, wirken die Bilder schnell pixelig. Kein Wunder, dass es mittlerweile HDTV Fans gibt, die sich bewusst für Geräte mit kleinerer Bilddiagonale entscheiden, um somit eine höhere Pixeldicht genießen zu können.

Glücklicherweise beschäftigen sich die Hersteller von TV-Geräten und LCD-Panels schon längst mit diesem Thema und arbeiten an der Entwicklung neuer Standards und Geräte. Besonders in Japan scheint man schon relativ genau zu wissen, wie das Fernsehen der Zukunft aussieht. Das Unternehmen Sharp hat ein Gerät entwickelt, das über eine Bilddiagonale von 85 Zoll (mehr als 2 Meter) verfügt und eine Auflösung von satten 7.680 x 4.320 Bildpunkten aufweist. Im Vergleich zu Full-HD entspricht dies einer Auflösung, die um das 16-Fache höher ausfällt.

Nun ist es natürlich nicht leicht, derartige Geräte kurzerhand auf dem Markt einzuführen. Immerhin gilt es zu berücksichtigen, dass schon bei Full-HD Auflösungen jede Menge Daten übertragen werden müssen. Diese Datenmenge kurz um das 16-Fache zu steigern, gestaltet sich nicht ganz so leicht. Deshalb wird es auch noch eine ganze Weile dauern, bis entsprechende Auflösungen wirklich greifbar werden. Aktuellen Berichten zufolge plant man in Japan, mit diesem Format, das man derzeit als Super Hi-Vision bezeichnet, im Jahr 2020 an den Start zu gehen. Um die Aussichten auf Erfolg zu steigern, arbeitet man bereits mit dem TV bzw. dem Sender NHK zusammen. Grundsätzlich ist dies eine gute Idee: Denn sobald jemand einen Standard vorgibt, wird es unwahrscheinlicher, dass andere Unternehmen eigene Standards etablieren möchten.

Ob Super Hi-Vision so schnell kommen wird, ist jedoch fraglich. Wenn man es genau betrachtet, ist die HDTV Einführung noch lange nicht abgeschlossen. Vor allem bei den TV-Sendern mangelt es an Unterstützung. Viele Sender scheuen die kostspielige Umstellung ihrer Hardware – womöglich wird es noch bis 2020 andauern, damit überwiegend HDTV Inhalte über die Fernseher in Deutschland flimmern. So gesehen sollte man keine allzu großen Hoffnungen in Super Hi-Vision stecken – zumal sich die Frage stellt, aber welcher Bilddiagonale sich der optische Unterschied wirklich bemerkbar macht.

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