Ist Atomstrom noch zeitgemäß und gibt es Alternativen?

Geschrieben von am 14. März 2011 in Kategorie Web 2.0

Tag für Tag wird in der Blogosphäre über die neuesten Gadgets berichtet. Ganz egal ob Smartphone, Netbook oder Tablet Computer: Das Interesse von uns Verbrauchern ist enorm groß. Vor allem Leistungsfähigkeit und Komfort dieser Geräte interessieren uns. Im Alltag sollen sie uns die Arbeit erleichtern oder uns schlichtweg unterhalten. Dass all diese Geräte mit elektrischer Energie betrieben werden müssen, interessiert so gut wie niemanden, schließlich steht uns der Strom an fast jedem Ort zur Verfügung. Zum Teil müssen wir nicht einmal mehr nach Steckdosen suchen – man denke nur an die Geräte, die kabellos per Induktion mit Energie versorgt werden.

Doch irgendwo muss der Strom herkommen. Gerade in Deutschland haben wir einen enormen Energiebedarf. Obwohl die Geräte immer energieeffizienter werden, ist der durchschnittliche Energiebedarf der Haushalte angestiegen. Zunehmend mehr Verbraucher werden im Alltag genutzt. Dass wir mehr Strom verbrauchen, als wir selbst produzieren, ist vielen Leuten nicht bewusst. Gleichzeitig werden Rufe nach mehr Umweltschutz laut: Verbraucher fordern Wind- und Solarkraftwerke.

Es ist schon erstaunlich, wie vieler Kraftwerke in den vergangenen Jahren errichtet wurden, die auf regenerativen Energien basieren. So finden sich beispielsweise im Norden der Republik mehrere Regionen wieder, in denen man teilweise keine Flecken mehr findet, von denen aus man keine Windräder sieht. Man könnte meinen, die Umstellung auf regenerative Energien sei nahezu erfolgreich abgeschlossen.

Aber ganz so einfach ist die Sache dann doch nicht. Berücksichtigt man die Fläche unserer Republik und die Anzahl der Einwohner, so gibt Deutschland in Sachen regenerativer Energien ganz klar den Ton an. Jedoch ist der Anteil der regenerativen Energien dennoch erstaunlich gering: Würden wir Kohle- und Atomkraftwerke abschalten, würden wir uns wieder im Steinzeitalter befinden. Der Anteil der regenerativen Energien ist trotz des intensiven Ausbaus immer noch sehr gering. Und das Problem mit der Unterversorgung besteht weiterhin: In Deutschland verbrauchen wir mehr Strom, als wir produzieren. Vor allem in Frankreich ist man darüber sehr dankbar. Aus keinem anderen Land importieren wir so viel elektrische Energie – und diese wird größtenteils in Atomkraftwerken erzeugt. Vom durchweg sauberen Strom befinden wir uns noch weit entfernt.

Dementsprechend können wir es uns gar nicht leisten, auf Kohle- und Atomkraftwerke zu verzichten. Eine vollständige Umstellung auf regenerative Energien wäre nicht ohne weiteres möglich – man denke nur an den Platzbedarf bei den Windrädern, der schon jetzt für Schwierigkeiten sorgt. Außerdem ist der Ökostrom unglaublich teuer. Wir wollen viel Strom verbrauchen, aber wenig dafür bezahlen. Man bedenke nur die Erhöhung der Strompreise, die Anfang dieses Jahres zahlreiche Haushalte ereilte: Viele Verbraucher waren alles andere als erfreut.

Folglich sieht es ganz danach aus, als ob wir derzeit keine andere Möglichkeit haben, als weiterhin auf Kohle- und Atomstrom zu setzen. Zumindest wenn wir weiterhin bezahlbaren Strom beziehen möchten. Doch die Risiken für Menschen und Umwelt sind groß. Deshalb stellt sich schnell die Frage, ob atomare Energie im heutigen Zeitalter noch vertretbar ist. Im morgigen Beitrag möchte ich auf diese Frage näher eingehen und die Vorzüge und Risiken der Gewinnung von Strom mit Hilfe von Atomkraftwerken vorstellen. Darin wird es mir dann auch hoffentlich gewinnen, eine Brücke zur Atomkatastrophe in Japan zu schlagen.

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1 Comments For This Post

  1. Martin says:

    Hi,
    die Antwort auf die Frage in der Überschrift ist relativ einfach:
    „Nein“, nicht zeitgemäß – „ja“ es gibt Alternativen, auch in Deutschland.
    Die „Alternativen“ sind:
    1. Strom sparen wo es nur geht (!). Ja, dazu müssen wir Gewohnheiten ändern. Wir haben aber keine Wahl.
    2. So wie wir Atomstrom aus Frankreich beziehen, könnten wir Strom aus Wasserkraft aus Norwegen beziehen und damit alle AKW’s ersetzen. Gleichzeitig können andere Länder (z.B. Norwegen) als Stromspeicher dienen. Dann müssten Windkraftanlagen nicht mehr abgestellt werden, wenn zu viel Strom im Netz ist (-> AKWs, siehe unten), sondern der Strom könnte gespeichert und bei Bedarf wieder abgerufen werden.
    3. Zusätzlich dezentrale Stromversorgung bei Nutzung der Möglichkeiten vor Ort, so wie es in einigen Ortschaften schon passiert (Biomasse, Windkraft, Wasserkraft, Solar – alles was geht).

    Atomenergie blockiert die Netze und sorgt dafür, dass weniger investiert wird („Weil gibt ja genug Strom“).

    Abgesehen davon: Solange kein Unglück vor der eigenen Haustüre passiert, scheinen in diesem Land einfach einige Leute absolut nicht umdenken zu wollen.
    Atomenergie ist nicht sicher betreibbar – nicht früher, nicht heute und in Zukunft nicht.

    Das Atomkraft weder „billiger“, noch „sauberer“ als andere Technologien ist, sollte mittlerweile nun wirklich jedem bekannt sein.

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