Senioren zu 32 Prozent online

Geschrieben von am 06. November 2010 in Kategorie Web 2.0

Einer aktuellen Studie zufolge nutzen 32 Prozent der Menschen ab 65 Jahren in Deutschland das Internet. Wer erst einmal online ist, macht dabei viele gute Erfahrungen. Das Bundesverbraucherministerium und der BITKOM setzen sich gemeinsam gegen den digitalen Graben zwischen den Generationen ein.

Auf einer Pressekonferenz haben diese Woche Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer in Berlin die stärkere Teilhabe älterer Menschen am Internet zu einer wichtigen Aufgabe für Politik und Wirtschaft erklärt. „20 Prozent der Deutschen sind 65 Jahre und älter. Doch nur elf Prozent aller Internetnutzer sind Senioren. Wir müssen den älteren Menschen die Scheu vor dem Internet nehmen und ihnen den Zugang erleichtern. Das Internet ist nicht nur Informationsquelle, sondern erleichtert auch Kontakte im täglichen Leben“, erklärten Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. Anlass war die Veröffentlichung einer Untersuchung, wie Senioren das Internet nutzen.

Einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Aris zusammen mit dem BITKOM nach sind in Deutschland 32 Prozent der Senioren online. Obwohl 20 Prozent der Deutschen 65 Jahre oder älter sind, sind nur 11 Prozent der Netznutzer Senioren. Bei den Kindern im Alter zwischen sieben und zehn Jahren ist es dagegen die große Mehrheit, die das Internet bereits nutzt. Der BITKOM-Präsident hält ältere Menschen für schlecht in der digitalen Welt integriert und meint, der digitale Graben zwischen den Generationen habe sich nicht geschlossen. Viel zu wenige Senioren seien online, lautet eine Kernaussage, aber diejenigen, die das Netz nutzen, seien mit dem Internet überdurchschnittlich zufrieden.

So sagen 95 Prozent, das Internet sei ein Gewinn durch nützliche Informationen und 90 Prozent sehen „ein Plus an Flexibilität“ und immerhin 86 Prozent erleben das Internet als Gewinn für ihre Lebensqualität. Besonders das soziale Leben älterer Menschen profitiert vom Internet. Von den befragten Usern über 65 haben 64 Prozent ihre Freundschaften aufgefrischt und 58 Prozent neue Freundschaften geschlossen. Jeder Vierte hat online sogar einen neuen Lebenspartner gefunden. „Das Internet boomt als Freundschafts- und Partner-Netzwerk für ältere Menschen“, erklärte Scheer. 82 Prozent der älteren Anwender machen nach eigenen Angaben nur positive Erfahrungen mit anderen Internetnutzern.

Eine Erhebung von BITKOM und Forsa bestätigt die große Rolle der sozialen Aspekte bei der Internetnutzung älterer Menschen: Jeder sechste der Netznutzer ab 65 Jahren ist Mitglied in einem Sozialen Netzwerk bzw. einer Community. „Für ältere Nutzer werden Communitys zunehmend attraktiv. Die Zahl der älteren Mitglieder wird rasch steigen, und es wird zunehmend Netzwerke speziell für Senioren geben“, gab sich BITKOM-Präsident Scheer überzeugt. „In sozialen Netzwerken sollten aber auch die älteren Nutzer darauf achten, für wen ihre persönlichen Informationen sichtbar sind. In der Regel ist dies in der Grundeinstellung das gesamte Netzwerk. Hier würde ich eine Beschränkung auf Freunde empfehlen“, mahnte Bundesministerin Aigner und forderte bei dieser Gelegenheit erneut einen besseren Schutz der Privatsphäre der User durch die Betreiber von Social Networks.

Als große Hindernisse der Internetnutzung durch Senioren macht der BITKOM Sicherheitsbedenken und Unkenntnis über die Vorteile aus. Die große Vorsicht älterer Menschen zeigt sich allerdings nicht nur bei den Offlinern. Von den Onlinern ab 65 Jahren verzichten 40 Prozent auf Online-Transaktionen wie Banking, Shopping und Reisebuchungen, weil sie Sicherheitsbedenken haben. Im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung sind es nur 15 Prozent.

Um die Vorteile der Internetnutzung und einen sicheren Umgang mit dem Netz zu fördern, haben der BITKOM und das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) Tipps (PDF) für den sicheren Einstieg ins Internet zusammengestellt.

Ich bin zwar der Ansicht, jeder sollte das Internet nutzen. Wenn nahezu schon jeder Dritte ab 65 online ist, halte ich das allerdings für einen bemerkenswert hohen Anteil. Hättet Ihr das vor zehn Jahren überhaupt für möglich gehalten?

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  1. Freundschaften online pflegen – überdurchschnittlich beliebt bei Senioren | TechBanger.de says:

    […] wichtiger ist es, die verbliebenen Offliner ins Netz zu bringen, damit sie von wichtigen Teilen des modernen Lebens nicht länger […]

  2. Soziale Netzwerke werden älter | TechBanger.de says:

    […] sind zwar viele ältere Menschen noch völlig offline, aber wer von ihnen das Internet nutzt, ist oft auch in Sozialen Netzwerken […]