LinkedIn mit Deutschlandplänen

Geschrieben von am 23. August 2008 in Kategorie Social Networks

Bisher dominiert XING den Bereich der geschäftlichen Online-Kontakte in Deutschland. Nun hat das weltgrößte Businessnetzwerk LinkedIn seinen Eintritt in den deutschen Markt noch für dieses Jahr angekündigt.

Damit erhält XING, das nach eigenen Angaben über derzeit 6,14 Millionen Mitglieder, davon ca. 470.000 zahlende (Premium-) Mitglieder, verfügt, einen ernstzunehmenden Konkurrenten. LinkedIn ist mit weltweit 23 Millionen Mitgliedern, von denen rund 6 Millionen in Europa leben, deutlich größer und Größe zählt aufgrund von Netzwerkeffekten, denn wo schon Freunde, Bekannte und Geschäftskontakte sind, melden sich neue User am liebsten an.

Bisher gab man bei LinkedIn anderen Projekten den Vorzug vor einem Deutschland-Start, doch diesmal soll es wirklich passieren, zumindest die Domain linkedin.de hat sich das Unternehmen inzwischen besorgt und aktiviert. Als zweite Sprache neben Englisch wird seit kurzem jedoch nur Spanisch angeboten, das wirkt wenig international im Vergleich zu den 16 Sprachen bei XING.

Ob sich XING durch LinkedIn bedroht fühlen sollte, weil die faktisch konkurrenzlosen Zeiten vorbei sein könnten, bleibt derzeit offen. Nutzer vom deutschen Marktführer abzuwerben, dürfte sehr schwer werden, denn da ist nicht nur die gute Stellung von XING auf dem Heimatmarkt vor.

Mehr Funktionen und diese zum Großteil kostenlos würde LinkedIn bieten, heißt es vom Gründer Reid Hoffman, doch während XING durch seine Benutzerfreundlichkeit und Übersichtlichkeit glänzt, erklärt sich die Bedienung des Herausforderers nicht von selbst.

Nachteil von XING ist zwar, dass ohne die 5,95 € Monatsgebühr nur wenige Nutzungsmöglichkeiten bestehen, doch die Möglichkeiten der Kontaktaufnahme und Möglichkeiten, Nachrichten an Mitglieder der Community zu schicken, sind bei LinkedIn ebenfalls stark begrenzt.

Die Premium-Mitgliedschaften kosten 19,95 $, 50 $ und 200 $ pro Monat. Dafür kann man dann aber nicht etwa beliebig viele E-Mails senden, sondern gerade einmal je nach Abo 3 oder 10 oder 50 pro Monat. Ebenso ist die Zahl der „Requests for Introductions“, mit denen man sich durch bestehende Kontakte anderen vorstellen lassen kann, arg beschränkt: auf 5 bzw. 15 oder beim 200 $ Abo auf 40 Requests.

Diese Restriktionen verhindern zwar ein sinnloses Ansammeln von Kontakten, erschweren aber auch die einfache und unkomplizierte Kontaktaufnahme mit potenziellen Geschäftspartnern.

Es auf dem deutschen Markt zu versuchen, ist dennoch eine Chance für LinkedIn, denn ein wenig wird die Zahl der Premium-User damit bestimmt steigen. Dazu ist LinkedIn mit der letzten Finanzspritze in Höhe von 53 Millionen Dollar gut gerüstet, in neue Märkte einzutreten.

Wer schon zahlreiche internationale Kontakte hat bzw. diese ausbauen möchte, könnte von einer Mitgliedschaft bei LinkedIn jedoch profitieren. Einen guten ersten Überblick über die Funktionen von LinkedIn gibt es in einem der berühmtem Common Craft Videos, das hier mit deutschen Untertiteln zu finden ist.

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  1. Social Network LinkedIn bekommt noch mehr Geld | TechBanger.de says:

    […] bietet. Wer LinkedIn intensiv nutzen möchte, kommt um die Zahlung der im Vergleich zu XING hohen Gebühren nicht herum. Eine weitere Einnahmequelle bringen zusätzliche […]

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