Windows Mobile: Private Nutzer werden in absehbarer Zeit wechseln müssen

Geschrieben von am 09. Oktober 2017 in Kategorie Allgemein

Lange Zeit verstand sich Microsoft darauf, andere Betriebssysteme vom Markt zu verdrängen. Dies gilt im Übrigen nicht nur für die Welt des PCs. Man erinnere sich nur an die ersten PDAs, die fast allesamt mit Palm OS liefen. Aber dann kam Microsoft und krempelte den Markt innerhalb weniger Jahre um, Palm war kurz darauf Geschichte.

Allerdings wollte es dem Softwaregiganten aus Redmond nie so richtig gelingen, den Sprung auf das Handy / Smartphone zu meistern. Bis vor rund zehn Jahren waren mehrere Betriebssysteme verbreitet, Anbieter wie Blackberry, Nokia und Samsung teilten sich den Markt. Von einheitlichen Systemen konnte keine Rede sein, dies sollte sich erst mit dem Erfolg des iPhones ändern. Plötzlich war klar, dass ein zentrales Betriebssystem benötigt wird, damit Apps auf möglichst vielen Geräten nutzbar sind.

Vor allem Google gelang es, seine Marktanteile rasch auszubauen und Android zum beliebtesten Betriebssystem auf dem Smartphone zu machen – dicht gefolgt von Apple. Microsoft wollte sich jedoch nicht geschlagen geben und wagte den großen Wurf. Für einen satten Milliardenbetrag wurde der angeschlagene Hersteller Nokia übernommen. Es kamen neue Geräte auf den Markt, die mit Windows Mobile ausgestattet wurden.

Zu seiner Zeit genossen Microsoft Betriebssysteme nicht gerade den besten Ruf, erst kurz zuvor hatte man sich mit dem lahmen Windows Vista so richtig in die Nesseln gesetzt. Doch Windows Mobile wusste zu überzeugen. Es war leicht zu bedienen, vielseitig konfigurierbar und sogar performant. Um gegenüber Apple und Google aufzuholen, wurde kräftig in der Werbetrommel gerührt. Zugleich war Microsoft dazu bereit, einige Smartphones zu Kampfpreisen zu verramschen. Doch trotz all dieser Aktionen sollte es nicht klappen: Der Marktanteil von Windows Mobile wurde nicht größer, sondern eher geringer.

Kürzlich gab ein Microsoft Manager bekannt, dass Microsoft sein Windows 10 Mobile nicht weiterentwickeln wird. Das Unternehmen wird zwar weiterhin Sicherheitsupdates und Fehlerkorrekturen bereitstellen, aber das war es dann auch. Dieser Service läuft weiterhin, damit Unternehmenskunden nicht aufgeschmissen sind. Privatkunden wird dazu geraten, die Plattform zu wechseln – unter anderem mit Hinweis darauf, dass die Auswahl an Apps für das eigene Systeme sehr gering ist.

Die Apps spielen in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Die Nutzer haben Bedarf an einem großen Spektrum an Apps. Doch die App-Entwickler wollten sich aufgrund des geringen Marktanteils nicht auf Windows Mobile einlassen. Es wurde fast ausschließlich für Android und iOS entwickelt, Windows Mobile hat keine Chance. Inzwischen wurde bekannt, dass Microsoft sogar Unterstützung bei der App-Entwicklung anbot, diese aber trotzdem kaum angenommen wurde.

Selbstverständlich wird niemand dazu gezwungen, die Windows Mobile Plattform zu verlassen. Allerdings müssen die Nutzer jetzt schon hart im Nehmen sein: Die Auswahl an Apps ist erschreckend gering und jederzeit besteht das Risiko, dass bestimmte Apps nicht mehr laufen, weil keine Installation von Updates möglich ist.

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