Wann erscheinen endlich wieder interessante Startups?

Geschrieben von am 26. März 2012 in Kategorie Web 2.0

In den Anfangszeiten unseres Blogs hatten wir einen starken Fokus auf die Themen Web 2.0 und Startups gelegt. Vom Web 2.0 wird heute nur noch relativ selten gesprochen und auch die Berichterstattung über Startups hat sich verändert. Bei uns wird über Startups generell nur noch vergleichsweise selten berichtet, was vermutlich damit zu tun hat, dass – zumindest meiner Meinung nach – kaum noch gute Startups erscheinen.

Nun mag der eine oder andere Leser sicherlich meinen, dass sich massenhaft Startups in der Vorbereitung finden und immer wieder neue Webunternehmen am Markt erscheinen. Dies trifft sicherlich zu, doch was haben diese Unternehmen zu bieten? Ich persönlich werde das Gefühl nicht los, dass in letzter Zeit überwiegend Startups mit schwerem Nischen-Fokus loslegen und daher die Mehrheit unserer Leser nicht interessieren dürften. In diesem Zusammenhang möchte ich anmerken, dass wir auch den Otto-Normalverbraucher ansprechen möchten. Wenn wir über Startups berichten, sollen sich nicht nur Digital Natives und Tech-Journalisten für diese Unternehmen interessieren.

Genau dies ist der Punkt. Was in letzter Zeit erscheint, ist nicht wirklich spannend. Um einmal ein prominentes Beispiel herauszupicken: Was bietet uns eigentlich Amen? Vom diesem Startup mit Sitz in Berlin dürften die meisten Leute schon einmal gehört haben, schließlich war das Unternehmen sehr prominent in den Medien vertreten. Doch nach einem großen Tamtam ist nicht viel gekommen. Mich persönlich wundert dies auch nicht, denn weshalb sollte ich irgendwelche Thesen aufstellen und diese mit einem „Amen“ absegnen? Anderen Leuten scheint es genauso zu gehen – einen wirklichen Nutzen oder Anreiz, bei Amen mitzumachen, gibt es wohl nicht.

Noch so ein Hype-Thema ist Pinterest. Erst vor ein paar Wochen habe ich geschrieben, dass ich dem Unternehmen nicht viel zutraue. Kurz darauf kamen Mails, in denen mir vorgehalten wurde, ich wäre falsch gelegen. Aber mal ehrlich: Nur weil Pinterest jetzt auch ein paar Anmeldungen aus Deutschland hat, geht da noch lange nicht die Post ab. Die Leute, die sich dort bislang angemeldet haben, sind überwiegend Hardcore-Nerds oder arbeiten selbst irgendwie im Internetbereich. Außerdem geht es nicht um die Anmeldungen, sondern um die Aktivität auf der Plattform. Mal sehen, wann oder ob sich Lieschen Müller und Otto-Normalverbraucher bei Pinterest anmelden. Ich glaube nicht daran, schließlich lassen sich Inhalte auch auf Facebook teilen – und dort bekommen es die Freunde auch mit.

Noch so eine Geschichte ist BOLT. Dort ist es möglich, Webseiten zu klonen und unter Subdomains abzulegen. Die Besonderheit: Die kopierten Inhalte lassen sich auch verändern. Für einige Journalisten mag dies vielleicht hilfreich sein (Stichwort Mobile Archivierung), aber der normale Internetnutzer dürfte mit einem solchen Service nicht viel anfangen können. Mal abgesehen davon, dass hier schon ein ziemlich übler Kopierprozess stattfindet. Meine Prognose: Daumen nach unten.

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    1 Comments For This Post

    1. Alexander Stocker says:

      Naja, eine ähnliche Entwicklung gab es schon mal – und die wurde dann 2000 durch die Dot-Com-Blase kurzzeitig beendet.

      Was Startups betrifft, würde ich viel Potenzial in der Verküpfung von Social Media, Mobiltelefonie und RFID/NFC sehen. Da sind aber die Eintrittsbarrieren durchaus höher, als bei reinen Web-Anwendungen.

      LG
      Alexander