Edelrechner bei der Bundesagentur für Arbeit: Was muss ein Office PC leisten können?

Geschrieben von am 06. August 2009 in Kategorie Meinung

Eigentlich sollte man meinen, dass man bei der Bundesagentur für Arbeit besonders scharf kalkuliert, wenn es um große Investitionen geht. Grund sind die leeren Kassen: Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit, die von der Wirtschaftkrise hervorgerufen wurden, haben zu immensen Ausgaben geführt. Auf rund 10 Mrd. Euro soll sich der Defizit für das erste Halbjahr 2009 in den Kassen der BA belaufen. Allerdings hält dieser Umstand die Verantwortlichen nicht davon ab, bei der Anschaffung neuer PC Systeme ordentlich auf den Putz zu hauen.

Wie „Spiegel Online“ berichtet, hat die Bundesagentur für Arbeit 170.000 neue PC Systeme geordert und dabei nicht gerade geknausert. Obwohl die Rechner für typische Büroaufgaben und somit vorrangig für Office Anwendungen benötigt werden, scheute man nicht davor zurück, wahrhaftige Hightech-Systeme zu ordern. Beeindruckende 4 Gigabyte Arbeitsspeicher wurden in der Ausschreibung festgehalten – ebenso wurde verlangt, dass die Systeme im Benchmark Programm „Sysmark 2007“ einen Score von mindestens 150 Punkten erzielen.

Aufgrund der immens hohen Systemanforderungen verwundert es nicht, dass die Computer auch schon als Edelrechner betitelt wurden. Allerdings stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage auf, warum solch leistungsstarke Rechner überhaupt angefordert werden müssen. Schließlich können typische Office Aufgaben auch mit deutlich leistungsschwächeren Computern erledigt werden.

Etliche Unternehmen (die an ihre Hardware wesentlich höhere Anforderungen stellen) entscheiden sich bewusst für einfachere Lösungen und kommen damit zugleich bestens aus. Da stellt sich einem die Frage, wie man heutzutage einen Office PC definiert – meine Definition weicht von der BA Definition auf jeden Fall ab.

Interessant wäre übrigens auch zu wissen, mit welchem Betriebssystem die PC Systeme geordert wurden. Sicherlich werden die Rechner mit Windows Vista ausgeliefert – wobei Windows 7 bereits in den Startlöchern steht. Dies könnte dazu führen, dass in nicht allzu ferner Zukunft ein hoher Beamter die Entscheidung trifft, alle 170.000 neu angeschafften PC Systeme von Windows Vista auf Windows 7 zu upgraden.

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    2 Comments For This Post

    1. egghat says:

      Große Spekuliererei. Kennt jemand den Preis?

      Es geht um 85.000 Rechner im Gesamtwert von 34 Mio. Das sind 400 euro pro Rechner.
      Edel-Luxus-PC-Skandal?

      Neeh.

      http://egghat.blogspot.com/2009/08/zahl-des-tages-060809-400.html

    2. Jochen says:

      @ egghat: Wenn ich deinen zugehörigen Beitrag (Zahl des Tages) früher gelesen hätte, wäre meine Wortwahl mit Sicherheit ein wenig anders ausgefallen. Auf jeden Fall danke für deinen Hinweis und die Kalkulation.