Ist Yiggsense ein Segen?

Geschrieben von am 30. Mai 2008 in Kategorie Meinung

Yigg ist die größte Social News Community im deutschen Web. Somit ist es auch kein Wunder, dass das Vorhaben der Plattformbetreiber, ein Adsense Sharing einzuführen, heiß diskutiert wurde. Zahlreiche Blogger (von denen etliche auf Yigg aktiv sind) haben sich des Themas angenommen und über das Modell der finanziellen User-Beteiligung auf Yigg diskutiert.

Für alle, die nicht wissen, was sich hinter Yiggsense (eine unoffizielle Bezeichnung, die von Bloggern geschaffen wurde) verbirgt: Yiggsense ist ein System zur Entlohnung aktiver User. Diese werden an den Werbe- bzw. Adsense Einnahmen der Community beteiligt. Diesbezüglich ist zu beachten, dass ausschließlich Einnahmen an einen User fließen, die von den Detailseiten seiner eingestellten Nachrichten rühren. Für die ersten drei Monate sollen die Adsense Einnahmen der Detailseiten zu 100 Prozent an die User fließen. Teilnehmen darf jedes Mitglied, das über ein Adsense Konto verfügt und bisher mindestens 25 Nachrichten eingestellt hat.

Inzwischen ist Yiggsense live gegangen. Für die Macher hat es ganz den Anschein, als ob sie die richtige Entscheidung getroffen haben: Die Anzahl der in der Warteschlange befindlichen Nachrichten hat immens zugenommen.

Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, ob es ausreichend ist, wenn sich die Aktivität der User erhöht. Führt Yiggsense auch dazu, dass die Anzahl der User zunimmt? Des Weiteren stellt sich die Frage nach dem Nutzen für die User – lässt sich mit Yigg tatsächlich Geld verdienen? Dies halte ich für äußerst fraglich, denn weshalb sollte sich jemand die Detailseiten ansehen? Wenn mich eine Nachricht interessiert (ganz egal ob auf yigg, digg, seoigg oder sonst wo), klick ich auf den Link um direkt zur Nachrichtenquelle zu gelangen.

Somit bleibt erst einmal abzuwarten, ob die aktiven User in einem angemessenen Maße Einnahmen erzielen. Letzten Endes könnte auch der Fall eintreten, dass Yigg nicht wirklich wächst, sondern lediglich „Klick-Gemeinschaften“ unter den Mitgliedern entstehen. Diese könnten ganz nach dem Motto arbeiten: „Wenn du meine Detailseiten ansieht und zufällig auf die Adsense Anzeigen klickst, dann könnte ich auch auf deinen Seiten…“

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3 Comments For This Post

  1. Baynado says:

    „Des Weiteren stellt sich die Frage nach dem Nutzen für die User – lässt sich mit Yigg tatsächlich Geld verdienen? Dies halte ich für äußerst fraglich, denn weshalb sollte sich jemand die Detailseiten ansehen?“

    Das ist ganz einfach zu beantworten. Die Yigg Detailseiten, sind die Seiten, die bei Google gut gelistet sind. Wenn ein User über die Suchmaschine kommt, sieht er die Detailseiten mit der Werbung. Im Übrigen kommen die meisten Besucher über die Suchmaschine Google nach YiGG.

  2. Constantin says:

    Genau, erstmal abwarten und gucken, ob nicht bald schon wieder alles beim Alten ist. Denn wenn die Masse erstmal merkt, dass es nichts zu gewinnen gibt, sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.

    Und: Yigg wird jetzt mehr denn jeh mit Spam zu tun haben.

    Constantin

  3. Jochen says:

    @Baynado

    da hast du natürlich Recht. Man wird sehen, ob die Leute klicken werden oder ob Sie dem Link folgen. Kommt natürlich immer darauf an, ob man Yigg kennt oder nicht. Wer es nicht kennt, klickt vermutlich eher auf die Adsense Anzeigen.

    @Constantin

    Da ist viel Wahres dran. Wenn man z.B. eine News auf Spiegel Online liest und yiggen möchte, waren andere wie z.B. Baynado schon wieder schneller – dementsprechend werden vermutlich viele der neuen „Yigg Earner“ erst einmal entsprechende Newsquellen finden oder die News eben selbst produzieren…

    warten wirs mal ab

3 Trackbacks For This Post

  1. Yigg: Google Shared Adsense says:

    […] das ganze schnell zu einem tollen Nebenverdienst werden oder tingeln wir »mal wieder« nur bei 10-50 Cent pro Tag? Vielleicht interessieren dich ja auch folgende Artikel… Foto: Sea PointDieters […]

  2. YiGGSense: Teile (und beherrsche Dich) auf datenschmutz.net says:

    […] ist allerdings bis zum Wochenende noch niemand geworden, wenn man den ersten Reaktionen der Blogosphäre Glauben schenken darf; aber das kann […]

  3. Yigg: Paradebeispiel für einen misslungenen Relaunch | TechBanger.de says:

    […] Mal machte die Nachrichten Community im größeren Maße von sich reden, als sie ein so genanntes Adsense Sharing einführte. Mit dem Adsense Sharing wird den Mitgliedern die Möglichkeit gegeben, von den […]

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