Podcasts weiter im Aufwind

Geschrieben von am 21. August 2020 in Kategorie Web 2.0

Obwohl die große Mehrheit der Deutschen bislang keine Podcasts hört und auch die meisten Podcast-User das Medium nicht täglich nutzen, sind die Zuwächse im Markt weiterhin hoch. So langsam kommen Podcasts doch im Massenmarkt an, zeigen Daten aus einer aktuellen repräsentativen Erhebung des Bitkom.

Jeder dritte Deutsche (33 Prozent) hört Podcasts – zumindest ab und zu. Gegenüber dem Vorjahr, als erst rund jeder vierte (26 Prozent) zu den Nutzern von Podcasts zählte, gibt es ein deutliches Plus. (2018 lag der Wert bei 22 Prozent.) In der Altersgruppe zwischen 16 und 29 Jahren sind es nun 40 Prozent.

Kaum tägliche Nutzung

Die Daten zeigen allerdings auch, dass bislang die wenigsten User tägliche Hörer sind: Mindestens einmal pro Tag schalten lediglich 8 Prozent ein – was angesichts der Bevölkerungsgröße in Deutschland aber dennoch mehrere Millionen tägliche Hörer bedeutet! Weitere 7 Prozent der Befragten schalten mindestens einmal in der Woche einen Podcast ein. Damit hat der Podcast-Markt ein Volumen erreicht, mit dem das Medium Podcasting auf dem Weg in den Massenmarkt ist, wenngleich 63 Prozent überhaupt keine Podcasts nutzen.

„Podcasts haben sich in der Breite durchgesetzt“, konstatiert Bitkom-Experte Dr. Sebastian Klöß. „Der Produktionsaufwand hält sich in Grenzen und inzwischen sind auf allen gängigen Plattformen die unterschiedlichsten Inhalte verfügbar – ob News, True Crime oder Talk-Formate.“

Die allgegenwärtige Corona-Pandemie hat auch das Nutzungsverhalten der Podcast-User beinflusst: Zum Zeitpunkt der Befragung im Juli waren Beiträge mit Bezug zur Corona-Pandemie am stärksten nachgefragt: 83 Prozent der User gaben an, solche Podcasts zu anzuhören. Dahinter folgen mit einem Abstand Nachrichten (53 Prozent), Comedy-Formate (44 Prozent), Podcasts zu Sport- und Freizeitthemen (43 Prozent), Gesundheits- und Medizin-Themen (39 Prozent), Musik-Podcasts (37 Prozent), Formate mit Bezug zu Film und Fernsehen (34 Prozent), Politik (ebenfalls 34 Prozent). Lediglich 33 Prozent erreichen Produktionen zu Technologie und Digitalem. Letzterer Wert ist ein weiteres Indiz dafür, dass das Medium inzwischen für breitere Bevölkerungskreise als Technik-Fans relevant ist.

Was ist die ideale Länge für einen Podcast?

Die Frage nach der idealen Länge von Podcasts ist in dieser Allgemeinheit wohl so falsch wie sie alt ist. Immerhin werden Podcasts in unterschiedlichen Situationen von unterschiedlichen Arten von Nutzern mit unterschiedlichen Absichten gehört. Trotzdem ist es interessant, dass sich längere Formate wachsender Beliebtheit erfreuen: Im vorigen Jahr wünschten sich die Befragten 13 Minuten lange Produktionen, dieses Jahr liegt der Durchschnittswert für die ideale Länge bei 18 Minuten.

Dabei sprechen sich 39 Prozent für eine Länge zwischen 10 und 20 Minuten aus, während 40 Prozent Podcasts mit einer Spieldauer zwischen 20 und 30 Minuten präferieren. Für 8 Prozent liegt die Ideallänge zwischen 30 und 60 Minuten.

„Podcasts sind zu einem zentralen Informationsmedium geworden“, interpretiert Klöß die Zahlen. „Immer mehr Hörer interessieren sich für tiefgängige Formate, die über den reinen News-Charakter hinausgehen.“ Wichtig zu wissen: Nur eine Minderheit von 35 Prozent der User hört sich die Ausgaben komplett an. Die ideale Podcast-Länge scheint also deutlich unter der Spieldauer der derzeit gehörten Podcasts zu liegen.

Welchen Stellenwert haben Podcasts in Eurem Medienmix? Sind sie fester Bestandteil von Tagesabläufen bzw. in welchen Situationen nutzt Ihr Podcasts?

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