Smart Home: Deutsche Mittelständler verpassen den Trend

Geschrieben von am 16. Januar 2017 in Kategorie Allgemein

Nicht nur unzählige Nerds, sondern vor allem Investoren stellen sich die Frage, was das „nächste große Ding“ wird. Gemeint sind Megatrends, die unser Leben dauerhaft verändern, wie z.B. soziale Netzwerke oder das Smartphone.

Ich persönlich meine, einen solchen Trend ausgemacht zu haben. Es ist die Rede vom Smart Home, dem intelligenten und zugleich vernetzten Zuhause. Zwar mögen viele Dinge aus diesem Bereich noch ein wenig nach Zukunftsmusik klingen, aber dennoch werden wir in absehbarer Zeit im Zuhause leben, wie wir es bisher nur aus Science Fiction Filmen kannten. So wäre es beispielsweise denkbar, dass wir unser Haus oder unsere Wohnung anrufen und ansagen, welche Vorbereitungen es für unsere Ankunft zu treffen hat. Es könnte z.B. den Fernseher einschalten, die Espresso-Maschine vorwärmen und ein Bad einlaufen lassen.

Noch ist es ein ganzes Stück Arbeit, bis die Mehrheit aller Häuser und Wohnungen entsprechend ausgestattet sein wird. Allerdings gibt es viele Unternehmen, die intensiv an einzelnen Bereichen arbeiten und spannende Lösungen entwickeln. So ist es beispielsweise schon heute möglich, intelligente Stromleitungen zu verlegen. Diese gestatten es, einzelne Verbraucher (z.B. Lampen oder Fernseher) gezielt per App zu steuern.

Große Chance für den Mittelstand

Historisch betrachtet – zumindest beim Blick auf die vergangenen Jahrzehnte – deuten viele Dinge darauf hin, dass deutsche Unternehmen in diesem Umfeld sehr erfolgreich sein könnten. Denn mal ehrlich: Egal, ob Heizungsbrenner oder Türsprechanlage, der deutsche Mittelstand gibt den Ton an. Es wurden und werden Lösungen entwickelt, die neue Maßstäbe setzen. Gleichzeitig verstehen sich viele dieser Unternehmen darauf, ihre Produkte nicht nur auf dem Heimatmarkt, sondern auch international hervorragend zu vermarkten.

Doch beim Thema Smart Home sieht es für den deutschen Mittelstand ernüchternd aus. Zwar gibt es etliche Unternehmen, die fleißig am Forschen sind oder sogar Produkte anbieten, aber deren Marktdurchdringung ist nicht sehr beeindruckend. Eine der größten Schwächen besteht darin, den Verbraucher nicht für das Thema begeistern zu können.

US-amerikanische Tech-Konzerne erschließen den Markt

Die Unternehmen, die in diesem Umfeld mit größtem Tempo voranschreiten, stammen überwiegend aus dem Silicon Valley. Allerdings handelt es sich bei ihnen nur bedingt um Startups, die meisten sind große Tech-Konzerne oder Tochterunternehmen dieser Konzerne.

Schon heute haben diese Unternehmen einen großen Einfluss in unserem Leben. An Google führt praktisch kein Weg mehr vorbei – und das nicht nur wegen der Websuche. Ebenso gibt es unzählige Menschen, die täglich zu ihrem Smartphone mit Google Betriebssystem greifen.

Diese Konzerne sind es, die beim Thema Smart Home zum Teil sehr unauffällig aber dennoch schnell nach vorne preschen. Bestes Beispiel ist Amazon: Die Echo Lautsprecher haben ein ungemein großes Interesse auf sich gezogen. Seit dem Verkaufsbeginn in Deutschland überschlagen sich die Meldungen auf Facebook. Unzählige Größen aus dem deutschen Netz haben in den letzten Wochen ihre Echo Lautsprecher präsentiert.

Nun gab die Google Tochter „Nest“ bekannt, dass sie den deutschen Markt erschließen wird. Das Unternehmen wurde mit einem fernsteuerbaren Thermostat bekannt, heute verkauft es vor allem vernetzte Rauchmelder. Besonders der Aspekt der Vernetzung ist hier von großer Bedeutung, denn indirekt scheint sich Google darum zu bemühen, die Schaltzentrale für das vernetzte Smart Home zu werden – ganz ähnlich wie Amazon mit seinen Echo-Lautsprechern.

Schon jetzt ist die Marktdruchdringung beider Unternehmen – zumindest im Ausland – beeindruckend groß. In diesem Jahr dürfte sie rasant steigen und die deutschen Mittelständler alt aussehen lassen. Schade eigentlich…

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