75 % der Unternehmen in Deutschland nutzen Social Media

Geschrieben von am 02. Mai 2015 in Kategorie Social Networks

Kann ein Unternehmen im Jahr 2015 noch auf Social Media verzichten? Jedes vierte deutsche Unternehmen scheint diese Frage zu bejahen, denn lediglich drei von vier Unternehmen sind beim Thema Social Media aktiv.

Ob ein Unternehmen groß oder nicht so groß ist, scheint keinen Einfluss darauf zu haben, ob es Social Media nutzt. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage für den BITKOM unter 505 Unternehmen hervor. „Egal, ob kleines, mittleres oder großes Unternehmen, die meisten haben das Potenzial von Social Media mittlerweile für sich entdeckt“, sagt Tobias Arns, Social-Media-Experte beim BITKOM. „Es sind nicht mehr nur die großen, bekannten Marken, die im Social Web präsent sind. Auch kleine und mittlere Unternehmen profitieren von den direkten Dialogmöglichkeiten und der Reichweite dieser Netzwerke.“

Laut Umfrage setzen 75 Prozent der Unternehmen in Deutschland Social Media für die externe oder interne Kommunikation ein. Während die Unternehmensgröße keinen signifikanten Einfluss zu haben scheint, gibt es deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Branchen. Bei 84 Prozent der Unternehmen aus der Dienstleistungsbranche kommt Social Media zum Einsatz. Unternehmen, die dem Handel zugerechnet werden, setzen zu 73 Prozent Soziale Medien ein, solche aus der Industrie zu 70 Prozent. Befragt wurden allerdings nur die Geschäftsführer und Vorstände in Unternehmen mit wenigstens 20 Mitarbeitern.

Die meisten Unternehmen haben Social Media zuerst in ihrer externen Kommunikation genutzt: „Die neuen Service- und Support-Kanäle zahlreicher Unternehmen sind für Kunden eine willkommene Ergänzung zum Telefonanruf“, erläutert Arns. Mittlerweile kommen entsprechende Lösungen außerdem immer mehr für interne Zwecke zum Einsatz, um etwa den Gedankenaustausch unter den Mitarbeitern oder deren Zusammenarbeit zu fördern. Dabei treten Social-Media-Lösungen in Konkurrenz zur E-Mail, weil so eine schnellere oder beispielsweise transparentere Kommunikation möglich wird.

Interne Kommunikation wird erleichtert

Außerdem ergänzen solche Lösungen die Intranets. „Ein wichtiger Unterschied zum klassischen Intranet ist bei Social Media die Art und Weise, wie Inhalte entstehen und geteilt werden. Jeder Mitarbeiter kann gleichzeitig Sender und Empfänger sein. Aus dem internen Redakteur wird ein Community-Manager“, so Arns.

Mich überrascht, dass heute noch dermaßen viele Unternehmen Social Media nicht einsetzen. Klar, in manchen Branchen lohnt es sich mehr als in anderen. Spontan fällt mir allerdings keine Branche ein, für die sich ein Einsatz nicht lohnen könnte – ganz besonders, wenn man den Einsatz für die interne Kommunikation einbezieht. Unternehmen, die ihre Leistungen nicht Endkunden, sondern nur anderen Unternehmen bzw. Institutionen anbieten, müssen vielleicht nicht auf Facebook präsent sein, aber zumindest Plattformen wie XING und LinkedIn sollten berücksichtigt werden.

Gründe dagegen?

Warum sollte ein Unternehmen auf Social Media komplett verzichten? Fällt Euch was ein? Der einzige gewichtige Grund, der mir einfällt, ist: Es gibt sehr gute Gründe, die Zurückhaltung als guter Vorsatz sprechen, dass Menschen privat Social Media nutzen. Mit Rücksicht darauf könnte ein Unternehmen selbst Verzicht üben. Aber mal ehrlich, das passiert nicht wirklich.

Das wäre allerdings eine mutige Entscheidung, die ich gerne mal sehen würde – am besten von einem großen Medienunternehmen. Vor den Social-Media-Gefahren (Verlust der Privatsphäre, umfangreiche Überwachung, Profilbildung, Missbrauch der Daten durch Kriminelle, Nachteile bei Versicherungen und Jobsuche, Leichtsinn durch Privatsphäreeinstellungen etc.) nicht nur gelegentlich zu warnen, sondern die Konsequenzen daraus ziehen. Versteht mich nicht falsch, ich sage nicht, dass wir alle auf Social Media komplett verzichten sollten. Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass Unternehmen und Massenmedien in diesem Punkt eine andere Interessenlage haben. Verlage, Fernsehsender und erst recht reine Onlinemedien profitieren viel zu sehr von Social Media, als dass sie sich die Contra-Argumente zu eigen machen könnten.

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