Personensuche im Internet vereinfacht

Geschrieben von am 24. Juni 2009 in Kategorie Web 2.0

Die österreichische 123people Internetservices GmbH hat die deutsche Version ihrer Personensuchmaschine erneuert. Neben einem neuen Design bietet 123people.de jetzt neue Funktionen. Nutzerfreundlicher wollte man werden und das ist gelungen.

Menschen suchen online nach anderen Menschen. Deshalb dürften sich Personensuchmaschinen ihren Anteil am Suchmarkt erkämpfen können, selbst wenn die Suchgiganten ebenfalls zahlreiche Treffer zu gesuchten Personen liefern. Als Spezialsuchmaschinen können sie Bedienung und Aufbereitung der Ergebnisse für ihren Themenbereich optimieren. Im Pressetext von 123people heißt es über das Äußere: „Die Anforderungen an das Design-Team waren klar: Moderner, definierter, transparenter. Die einzelnen Sektionen wie Emailadressen, Links oder Photos, die von 123people.de in Echtzeit aus dem Internet ermittelt werden, verfügen jetzt über Erklärungen über die Herkunft der Daten, die FAQ Sektion wurde erweitert und die Übersicht der einzelnen Sektionen gibt dem User sofort Auskunft über die gefundene Datenmenge.“

Unterschiede zu den bekannten Suchmaschinen, wie sie von den meisten Onlinern täglich genutzt werden, können da verwirren. Die Nutzer zu informieren, ohne die Seiten zu überfrachten, gehört zu den Herausforderungen. „Durch die mit einem Fragezeichen gekennzeichneten Help-Icons in jeder Sektion helfen wir unseren Usern herauszufinden, woher die Daten kommen und wie sie über die eigentliche Datenquelle editiert werden können“, erläutert der Geschäftsführer Russell E. Perry die Icons.

Vor der Renovierung der deutschen Site wurde zuerst das österreichische 123people.at umgestellt, Deutschland war der zweite Schritt für das in sieben Ländern aktive Start-up: „Der deutsche Markt ist besonders aus Sicht des Datenschutzes wichtig: Der Fokus beim Re-Design lag für uns daher neben einer klarer strukturierten Anordnung der Sektionen vor allem darauf, die Usability zu erhöhen und für unsere User transparenter zu werden“, sagt Perry.

Zu den Bedürfnissen der Nutzer meint er: „Wir wollen als neues und innovatives Online-Produkt unsere User genau darüber informieren, wie 123people funktioniert und wie bestimmte Suchergebnisse zustande kommen. Mit Erklärungen bei jeder einzelnen Sektion haben wir unseren Service stark ausgebaut“.

Das ist ein wichtiger Punkt. Die Personensuche im Internet ist immerhin ein sensibler Bereich für viele Menschen. Dürfen dies das überhaupt? Diese Frage stellen sich einige Internetnutzer. Diese Art der Datensammlung mögen nicht alle Menschen. Für Transparenz zu sorgen, ist deshalb für die Akzeptanz der Personensuchdienste sehr wichtig.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig, dazu Russell E. Perry: „123people ist der ideale Ausgangspunkt für jede Personensuche im Internet. Unser Service wird nicht nur zur Celebrity-Search oder im professionellen Umfeld – wie zum Beispiel Human Ressources – genutzt, sondern auch stark zur Kontrolle des persönlichen, digitalen Fußabdrucks verwendet. Wir wollen unseren Usern dabei helfen, zu verstehen, wie sie ihre Daten im Netz besser kontrollieren können.“

Das klingt natürlich gut, das klingt danach, als ob Personensuchdienste den Menschen ein Werkzeug bieten, um ein Stück Kontrolle über ihre Daten im Internet zurückzugewinnen. Kontrollieren ist jedoch der falsche Begriff. Was andere Menschen online stellen, unterliegt eben gerade nicht der eigenen Kontrolle. Mit den über Personensuchmaschinen gewonnenen Informationen lässt sich aber besser verfolgen, was im Netz auffindbar ist.

Letztlich handelt es sich schließlich um Daten, die bereits online sind. Darauf lässt sich reagieren. Und das sollte man auch. Die Online-Reputation wird mit Sicherheit in den nächsten Jahren stark an Bedeutung gewinnen. Besondere Bedeutung kommt dabei den Social Networks zu. Und Jochen Mai vom Blog karrierebibel.de gibt sogar eine Anleitung zum „Personal Branding“. Erinnert mich spontan an Ich-AG, sich selbst als Marke zu begreifen. Nun, „Ich-AG“ wurde sogar Unwort des Jahres 2002.

Betreibt Ihr eine aktive Pflege Eures Rufs im Netz? Womit prüft Ihr, welche Daten über Euch im Internet stehen? Oder kümmert Euch gar nicht, was online über Euch zu finden ist?

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3 Comments For This Post

  1. Linda says:

    123people speichern entgegen dem Datenschutzgesetz doch personenbezogene Daten. Sie behaupten, dass sie nur kurze Zeit zwischenspeichern, trotzdem ist ein Bild von mir auf 123people zu sehen, das ich schon vor über nem jahr von meiner homepage genommen habe. Unglaublich, die STasi hätte sich alle 10Finger abgeschleckt, wenn die soviel Daten gehabt hätten wie 123people. Ich hoffe wirklich, dass dagegen vorgegangen wird und dass diese Personensuchmaschinen bald ein Ende haben.

  2. Leo says:

    Diese sog. Personensuchmaschinen finden ohnehin nur Namen, keine Personen.

  3. Harry says:

    @Leo

    Da muss ich Dir widersprechen. Es gibt auch Personensuche, die Personen findet ohne den Namen zu kennen. Google mal nach „Leute wiederfinden“, ein Beispiel:

    http://www.brizzl.de

    Da kann man über die Gemeinsamkeit „Ort und Zeit“ jemanden finden..

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