Künstliche Intelligenz: Eine Bedrohung für die Menschheit?

Geschrieben von am 31. Juli 2017 in Kategorie Allgemein

Filme, in denen Computersysteme eigenständig handeln und Oberhand über die Menschheit gewinnen möchten, gibt es inzwischen so einige – und viele davon haben sich zu echten Kassenschlagern entwickeln. Die eigentliche Thematik, nämlich der Kampf zwischen Mensch und Maschine, wird jedoch nur von wenigen Personen ernsthaft diskutiert. Grund ist der, dass es bisher keine Maschinen gibt, die über eine künstliche Intelligenz auf solch hohem Niveau verfügen.

Allerdings könnte sich dies eines Tages ändern. Womöglich dauert es nur noch wenige Jahre, bis wir nicht mehr mit Gewissheit sagen können, ob wir uns am Telefon mit einer realen Person oder einem Computer unterhalten. Schließlich wird in Unternehmen sowie an Hochschulen fleißig geforscht. Ziel ist die Erschaffung von Systemen, die ein möglichst hohes Niveau an künstlicher Intelligenz erlangen.

Warnungen vor künstlicher Intelligenz

Aufgrund dieser Entwicklung überrascht es nicht, dass immer mehr Menschen vor den Gefahren künstlicher Intelligenzen warnen. Zu den bekanntesten ihrer Art zählen der Unternehmer Elon Musk und der Forscher Steven Hawking. Beide haben sich schon mehrfach Gehör verschafft und die Entwickler entsprechender Systeme gewarnt: Die Forschung müssen sehr sensibel und unter Einhaltung strenger ethischer Regeln erfolgen, um damit sicherstellen zu können, dass die künstlichen Intelligenzen kontrollierbar bleiben und keine Gefahr für die Menschheit darstellen.

Im Rahmen dieser Warnungen wird nicht davor zurückgescheut, düstere Szenarien aufzumalen. So sieht beispielsweise Elon Musik in der künstlichen Intelligenz eine große Bedrohung für die Menschheit, die weitaus schlimmer als Naturkatastrophen oder Atombomben sein können.

Die Kritiker erhalten jedoch nicht nur Zuspruch. Erst kürzlich hat sich Facebook Gründer Mark Zuckerberg kritisch geäußert. Er meint, dass solche Warnungen nicht gut seinen und die Entwicklung künstlicher Intelligenzen bremsen. Daraufhin schoss Elon Musk sehr deutlich zurück und machte seinen Standpunkt klar: Zuckerberg habe von der Thematik wenig Ahnung.

Nach dem öffentlichen Disput der beiden Erfolgsunternehmer wurden die Medien auf einen Vorfall aufmerksam, der sich bereits vor eineinhalb Monaten bei Facebook ereignete. Das Unternehmen forscht an künstlichen Intelligenzen, die z.B. über Chats mit Nutzern kommunizieren sollen. Zwei solcher Bots entwickelten im Lauf der Zeit eine eigene Sprache, deren Bedeutung die Facebook Entwickler nicht nachvollziehen konnten. Daraufhin wurde das entsprechende System abgeschaltet.

Am Ende liegt es bei den Entwicklern

Dass die Forschung an künstlichen Intelligenzen zurückgefahren wird, ist jedoch unwahrscheinlich. Vielmehr bleibt zu hoffen, dass sich die Entwickler aller möglichen Konsequenzen bewusst sind und deshalb mit aller Vorsicht handeln. Denn sollte eine künstliche Intelligenz tatsächlich eine Art Bewusstsein entwickeln und entschließen, gegen die Menschheit vorzugehen, könnte dies in der Tat schlimm enden.

Abschließen möchte ich den Beitrag mit diesem Linktipp: The AI Revolution: The Road to Superintelligence – ein umfassender Text, der das Thema sehr schön beleuchtet und vor allem die Intelligenz von Maschinen mit der Intelligenz von Menschen vergleicht.

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1 Comments For This Post

  1. Oliver Springer says:

    Ich möchte mit einer anderen Perspektive dagegenhalten: Sollte wir vielleicht lieber darauf hoffen, dass Künstliche Intelligenz tatsächlich schon bald so mächtig wird?

    Die globalen Entwicklungen bei Kriegstoten, Gewalt im Alltag, Armut, Toleranz gegenüber andersartigen Menschen etc. sind zwar ausgesprochen positiv. Angesichts einer Fülle von komplexen Herausforderungen ist es jedoch nicht sicher, dass es so gut weitergeht.

    Als ein Hauptrisiko betrachte ich, dass die menschliche (und gesellschaftliche) Entwicklung nicht mit der technischen Entwicklung Schritt hält. Menschen (natürlich nicht alle und erst recht nicht immer) lassen sich immer noch viel zu sehr von ihren Emotionen beherrschen, anstatt sie zu kontrollieren. Damit sind sie nicht nur leicht von Dritten manipulierbar, sondern stehen sich immer wieder selbst im Weg.

    Eine künstliche Superintelligenz, die die Menschheit durch diese schwierige Phase führt, ist eventuell das Beste, worauf wir hoffen können.

    Wenn diese Künstliche Intelligenz tatsächlich in ihrem Denken autonom ist, können wir zwar nicht wissen, wie sie die Menschen betrachtet und ob sie ihnen auf Dauer wohlgesonnen bleibt. Wenn sie der menschlichen Intelligenz jedoch so weit überlegen ist, wie das in einigen Szenarien ausgemalt wird, halte ich es für unwahrscheinlich, dass die Vernichtung der Menschheit zu ihren Prioritäten gehört.

    Andererseits wird da der Fokus auf das falsche Problem gelenkt: Auf dem langen Weg zur Superintelligenz fangen die KIs klein an. Es wird darauf ankommen, ihnen nicht zu früh zu viel Macht zu geben. Um es kurz zu sagen: Machen wir uns keine Sorgen um superintelligete Systeme, sondern um wenig intelligente Systeme, die entsprechend schlechte Entscheidungen treffen können!

    Unsere beste Option als Menschen ist vermutlich die Verbindung mit künstlichen Systemen. Menschen und Maschinen müssen keine Konkurrenten sein, sondern können ihre Stärken in die gemeinsame Weiterentwicklung einbringen. Das wäre dann eventuell doch das Ende der Menschheit in ihrer heutigen Form.

    Zugegeben, das geht jetzt in Richtung Science-Fiction, aber das sind die oben beschriebenen Dystopien ja auch. Nichtsdestotrotz werden in den kommenden Jahren wichtige Weichenstellungen erfolgen, in welcher Weise Künstliche Intelligenz entwickelt wird. Die Entscheidungen werden so oder so weitreichende Folgen haben.

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