Dank Homeoffice schöner Wohnen?

Geschrieben von am 14. Januar 2021 in Kategorie Web 2.0

Viele Menschen wählen ihren Wohnort so, dass sie es bis zu ihrem Arbeitsplatz nicht weit haben. Doch was wäre, wenn man den Weg zur Arbeit nicht mehr werktäglich auf sich nehmen müsste?

Vor Ausbruch der Corona-Pandemie war das Arbeiten von zu Hause aus für die meisten Arbeitnehmer nicht möglich. Bei den Arbeitgebern, aber auch den Beschäftigten, waren die Vorbehalte groß. In nicht mal einem Jahr hat sich die Einstellung zum Homeoffice radikal verändert, was nicht zuletzt an den vielen guten Erfahrungen liegt. Wie zahlreiche Erhebungen belegen, dürften nach der Pandemie weiterhin viele Menschen von zu Hause aus arbeiten – wenn auch nicht nur noch von zu Hause, aber doch mehrere Tage pro Woche.

Die Daten einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Verbands Bitkom im Zeitraum Oktober bis November offenbaren, dass sich in diesem Kontext nicht bloß die Art, wie wir arbeiten, ändert, sondern auch, wie wir wohnen. 21 Prozent der Befragten gaben an, sie würden umziehen, wenn sie künftig hauptsächlich von zu Hause aus arbeiten könnten.

In der Gruppe der 16- bis 24-jährigen Berufstätigen ist der Wunsch, woanders zu wohnen, mit 35 Prozent am weitesten verbreitet; bei den 25- bis 34-jährigen hegen diesen Wunsch immerhin 29 Prozent. In der Gruppe der Berufstätigen im Alter von 45 bis 59 Jahren wünschen sich dies lediglich 15 Prozent, die Berufstätigen ab 60 würden nur zu 11 Prozent umziehen, wenn sie in Zukunft weitgehend auf Homeoffice umstellen könnten.

Besser wohnen, gerne im Grünen

Im Vordergrund steht das Bedürfnis, die eigene Wohnsituation zu verbessern. 39 Prozent der Umzugsinteressierten wollen lieber im Grünen wohnen, 23 Prozent möchten in eine attraktivere Stadt umziehen, 28 Prozent näher bei Freunden oder Familienangehörigen leben. Bei 20 Prozent spielt eine Rolle, weniger Miete zahlen zu wollen, 19 Prozent möchten in erster Linie mehr Wohnraum für ihr Geld. Ein eigenes Arbeitszimmer einrichten zu können nannten bloß 1 Prozent derjenigen, die bei einer weitgehenden Umstellung auf Homeoffice umziehen würden, als Beweggrund.

„In der Corona-Krise hat flexibles Arbeiten einen kräftigen Schub erfahren und wird auch nach der Pandemie die neue Normalität in der Arbeitswelt prägen. Durch den dauerhaften Trend zum Homeoffice sind viele Berufstätige weniger stark auf einen Wohnort in der Nähe des Arbeitgebers angewiesen“, erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Der Homeoffice-Boom stellt nicht nur neue Anforderungen an Beschäftigte und Arbeitgeber, er kann auch Druck von stark verdichteten Städten nehmen und mäßigend auf die Wohnkosten wirken.“

Wie ist das bei den Lesern unseres Blogs, würdet Ihr umziehen, wenn Ihr in Zukunft an den meisten Tagen von zu Hause aus arbeiten könntet?

Wenn viele Menschen umziehen, hat das Folgen

Für sich genommen sind die Daten der Umfrage zwar nur beschränkt aussagekräftig, aber für Stadtplaner, Arbeitgeber und beispielsweise Einzelhändler könnte sich damit ein Umwälzungsprozess, den es rechtzeitig zu berücksichtigen gilt, andeuten. Sicher, nicht jeder, der jetzt den Wunsch hegt, in Zukunft hauptsächlich von zu Hause aus zu arbeiten, wird dies in den nächsten Jahren bereits umsetzen können. Andererseits stammen die Daten aus der Zeit vor dem zweiten Shutdown, der nun bereits eine Weile andauert und evtl. noch monatelang anhalten könnte. Das Arbeiten von zu Hause aus dürfte sich mit jedem weiteren Monat „normaler“ anfühlen und organisatorische und technische Probleme, die am Anfang eine große Herausforderung waren, werden von Monat zu Monat weniger ein Problem darstellen.

Die veröffentlichten Umfrageergebnisse verraten beispielsweise nicht, ob die diejenigen, die in attraktivere Städte umziehen würden, damit kleinere Städte in Randlagen oder bereits seit Langem beliebte Orte in Metropolregionen im Kopf haben. Werden zwischen den verschiedenen Typen von Wohnorten in etwa gleich viele Menschen hin und her wechseln? Falls etwa kleine Städte jeden dritten jungen Arbeitnehmer verlieren, was bedeutet das dann für den stationären Handel, die Gastronomie und die Veranstaltungsbranche?

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